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Was ist SS-31
SS-31, auch bekannt als Elamipretide, ist ein mitochondrial adressiertes Tetrapeptid mit der Sequenz D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂. Dmt steht dabei für 2′,6′-Dimethyltyrosin. Die alternierende Anordnung aromatischer und basischer Reste lässt das Peptid selektiv an Cardiolipin der inneren Mitochondrienmembran binden.
Dieser Bindungsmechanismus ist der Grund, warum SS-31 in der Forschung als Modellsubstanz für mitochondriale Dysfunktion gilt. Bei Reborn Peptides ist SS-31 ausschließlich ein Research Peptide für Labor- und Forschungszwecke.
SS-31 bindet an Cardiolipin, ein Phospholipid der inneren Mitochondrienmembran. In der Literatur wird beschrieben, dass diese Bindung die Cristae-Architektur stabilisiert, den Elektronentransport effizienter macht und die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies senkt. Anders als klassische Antioxidantien wirkt SS-31 damit strukturell und nicht primär als Radikalfänger.
In Tiermodellen ist die Datenlage breit. Zhao und Kollegen (2019) beschrieben in Mäusen nach LPS-induzierter Neuroinflammation eine Verbesserung mitochondrialer Funktion sowie synaptischer und Gedächtnis-Endpunkte. Liu und Kollegen (2024) berichteten im Epilepsiemodell der Ratte über eine Abschwächung von Ferroptose-Markern im Hippocampus, vermittelt über den p38-MAPK-Signalweg.
Für eine ehrliche Einordnung gehören auch negative Befunde dazu: Graham und Kollegen (2022) fanden in Mäusen nach Rückenmarksverletzung keinen schützenden Effekt auf die Muskelatrophie. SS-31 wirkt also nicht in jedem Modell.
SS-31 ist die Substanz mit der weitesten klinischen Entwicklung in diesem Sortiment. Elamipretide wurde in kontrollierten Studien zu mitochondrialen Erkrankungen untersucht. Eine aktuelle Übersicht fasst Struktur, Mechanismus und Entwicklungsstand zusammen (Tung und Kollegen, 2025). Eine Zulassung besteht nicht.


Evidenz
SS-31 bindet selektiv an Cardiolipin der inneren Mitochondrienmembran, stabilisiert die Cristae-Architektur und senkt die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies.
Tung et al. 2025 · PMID 39940712
In Mäusen verbesserte SS-31 nach LPS-Gabe mitochondriale Funktion sowie synaptische und Gedächtnis-Endpunkte.
Zhao et al. 2019 · PMID 31747905
Nach Rückenmarksverletzung zeigte SS-31 in Mäusen keinen Schutz vor Muskelatrophie. Die Wirkung ist modellabhängig.
Graham et al. 2022 · PMID 35611788
Forschungsstand
4 ausgewählte Quellen — filterbar nach Studientyp, jede verlinkt direkt zur Quelle.
Research Deep Dive
Vertiefte, studienbasierte Einordnung — jede Aussage mit PubMed-Quelle und Modellqualifier.
SS-31 ist eine Kette aus vier Aminosäureresten mit einem terminalen Amid und wird durch die Sequenz D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2 beschrieben. Dmt steht für 2',6'-Dimethyltyrosin. Diese Struktur ist ein Tetrapeptid und kein Protein. Die Amidierung gehört zu ihrer strukturellen Identität.
| Feld | Dokumentierte Angabe |
|---|---|
| Name / Synonyme | SS-31 · SS 31 · Elamipretid · MTP-131 · Szeto-Schiller-Peptid |
| Klasse | Synthetisches amidiertes Tetrapeptid, für das in der Literatur eine mitochondriale Anreicherung beschrieben wird; dies ist eine Beschreibung der Strukturklasse |
| Sequenz | D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2; Dmt steht für 2',6'-Dimethyltyrosin. Nur Arginin liegt in D-Konfiguration vor; der Dmt-Rest besitzt die L-Konfiguration, dargestellt als H-D-Arg-Tyr(2,6-diMe)-Lys-Phe-NH2 |
| Summenformel | C32H49N9O5 (freie Base) |
| Molekulargewicht | etwa 639,80 g/mol (mittlere Masse der freien Base) |
| PubChem CID | 11764719 |
| CAS | 736992-21-5 (freie Base; PubChem CID 11764719 und FDA-GSRS-UNII 87GWG91S09). PubChem führt 1354575-91-9 als veraltet; diese Nummer wird daher hier nicht verwendet. Eine Salzform kann einen anderen Identifikator besitzen |
| SKU / Form | RP-1029 · lyophilisiertes Material im Laborbehältnis |
| Deklarierter Inhalt | 10 mg laut Etikett |
Formel und Masse beschreiben die freie Base. Salzform, Hydratationszustand und exakte Masse des Materials einer konkreten Charge lassen sich daraus nicht bestimmen. Die Zuordnung zu einer Probe setzt die Übereinstimmung von Etikett, Chargencode und COA voraus.
Die Übersicht zu Substanzklassen im Research-Sortiment liefert den übergeordneten Rahmen für die strukturelle Einordnung.
Molekularer Forschungskontext: Birk AV et al. (2013) · PMID 23813215
Analytische Unterlagen und Kataloge verwenden neben SS-31 auch SS 31, SS31, MTP-131 und die Bezeichnung Szeto-Schiller-Peptid. Diese Namensvarianten allein ordnen kein Ergebnis eindeutig zu: Amidsequenz, deklarierte Form, Chargencode und Analysenunterlagen müssen übereinstimmen.
Die Bezeichnung „mitochondrial adressiert“ benennt ein in Messsystemen beobachtetes Verhalten und weist dem bereitgestellten Material keinen Bestimmungsort zu. Ebenso bezeichnet „mitochondriale Anreicherung“ die von den Autoren beschriebenen Versuchsbedingungen. Beides ist weder eine allgemeine Eigenschaft jeder Charge noch auf andere als die untersuchten Modelle übertragbar. Der Lexikoneintrag zu mitochondrialen Peptiden ordnet diese Forschungsklasse ein.
Die Bindung an Cardiolipin ist eine chemische Beobachtung aus definierten Versuchsumgebungen.
Ein Ergebnis an einer Modellmembran wird nicht automatisch zu einem Zell- oder Tiermodellergebnis.
Ein COA sollte Probe, Chargencode, Methode und Ergebnis ausweisen; diese Angaben müssen mit Etikett und Spezifikation übereinstimmen.
MOTS-c besitzt als separates Research-Material eine eigene Sequenz, Identität und Dokumentation. Der Link markiert eine Identitätsgrenze und stellt keinen Ergebnisvergleich dar.
Modellbezogene Quellen: PMID 23813215 · PMID 32273339
Dieses Kapitel beschreibt Befunde in kontrollierter Forschung und bindet jede Messung an Modell, Methode, Probenmaterial und Beobachtungszeitraum der jeweiligen Publikation. Die Übersicht zu Studienmodellen hilft, isolierte Organellen, Zelllinien, Proteomik, Modellmembranen und Tiermodelle voneinander zu trennen.
Birk et al. (2013) kombinierten vier Ebenen in einer Publikation: zellfreie Tests mit Cardiolipin und Cytochrom c, feline Nierenzellen, isolierte Mitochondrien und ein Rattenmodell der renalen Ischämie-Reperfusion. Die Substanz band im beschriebenen System mit hoher Affinität an Cardiolipin. Der mit diesem Lipid gebildete Komplex hemmte die mit der Cardiolipin-Peroxidation verbundene Peroxidaseaktivität von Cytochrom c. Diese chemischen und biochemischen Beobachtungen sind auf die Studienbedingungen begrenzt.
Birk AV et al. (2013) · PMID 23813215Lee et al. (2018) kombinierten die H9C2-Zelllinie mit einem Rattenmodell der myokardialen Ischämie-Reperfusion. In H9C2-Zellen verringerte die Substanz durch Menadion ausgelöste Marker oxidativen Stresses und erhöhte die Expression von SIRT1 und SIRT3 sowie den ATP-Gehalt. Der Tiermodellteil kombinierte zwei Interventionen, SS-31 und eine mitochondriale Transplantation, wie auch der Publikationstitel ausweist. Kardiale, entzündungsbezogene und mitochondriale Messungen dieses Teils sind daher Ergebnisse des kombinierten Designs und werden hier nicht SS-31 allein zugeschrieben.
Lee FY et al. (2018) · PMID 30223594Campbell et al. (2019) maßen mitochondriale Kriterien im Skelettmuskel junger und alter weiblicher Mäuse. In diesem Modell kehrte die Substanz den altersbedingten Rückgang der maximalen mitochondrialen ATP-Produktion und der Kopplung der oxidativen Phosphorylierung um. Die Autoren dokumentierten zudem wiederhergestellte Marker der Redoxhomöostase. Messwerte zur Belastungstoleranz waren im Modell höher, ohne dass der mitochondriale Proteingehalt zunahm. Diese Abgrenzung trennt gemessene Funktionskriterien von einer bloßen Veränderung der Proteinmenge.
Campbell MD et al. (2019) · PMID 30597195Chavez et al. (2020) nutzten chemische Crosslinking-Proteomik und Massenspektrometrie an isolierten Mitochondrien aus Mausherzen, um mitochondriale Proteine zu kartieren, die mit der Substanz interagierten. Die nachgewiesenen Proteine waren in Gruppen angereichert, die mit oxidativer Phosphorylierung, Citratzyklus und Lipidstoffwechsel verbunden sind. Das Ergebnis ist eine Karte des Interaktoms und der Zugehörigkeit zu Funktionsgruppen; im hier zitierten Kontext berichtet die Publikation keine Änderungsrichtung.
Chavez JD et al. (2020) · PMID 32554501Mitchell et al. (2020) verwendeten Cardiolipin-haltige Modell-Lipid-Doppelschichten. Die Substanz band an diese Doppelschichten und veränderte die Elektrostatik der Membranoberfläche. Der Befund dokumentiert eine Veränderung, ohne sie eindeutig als Zu- oder Abnahme festzulegen. Die Autoren erweiterten denselben Versuchsaufbau auf mitochondriale Membranen und isolierte Mitochondrien. Diese biophysikalische Ebene beschreibt die Interaktion mit der untersuchten Membran und bleibt von Beobachtungen an Zellen oder Tieren getrennt.
Mitchell W et al. (2020) · PMID 32273339Geschlossener Quellenumfang: PMID 23813215 · PMID 30223594 · PMID 30597195 · PMID 32554501 · PMID 32273339
SS-31, SS 31, SS31, Elamipretid, MTP-131 und Szeto-Schiller-Peptid werden in den zitierten fachlichen Zusammenhängen derselben molekularen Referenz zugeordnet. Eine konkrete Probe wird dadurch nicht identifiziert. Dafür müssen Struktur, deklarierte Form, Chargencode und Analysenunterlagen zusammenpassen.
Alle zitierten Ergebnisse stammen aus isolierten Systemen, Zellkulturen oder Tiermodellen; diese Seite führt keine Studie mit menschlichen Teilnehmenden auf. Diese Abwesenheit ist kein Argument zugunsten des Materials.
Quellen zur Abgrenzung: PMID 32554501 · PMID 32273339
HPLC-Reinheit gehört zu Probe, Chargencode und Zertifikatsmethode. Sie gilt innerhalb der Grenzen dieser Methode und nicht für andere Chargen. Der Leitfaden zum Verständnis des Analysezertifikats unterscheidet chromatografische Ergebnisse, Identitätsbelege und Rückverfolgbarkeit. Hier wird kein von einem chargenbezogenen COA unabhängiger Prozentwert angegeben.
Eine HPLC-Analyse allein bestätigt weder Sequenz noch Identität. Dafür sind geeignete Daten einschließlich Massenspektrometrie erforderlich. Die Dokumentationskette sollte Name, SKU RP-1029, Chargencode, den deklarierten Inhalt von 10 mg, Probe und COA verbinden. Etikett und Zertifikat sollten denselben Code ausweisen.
Der Leitfaden zu Lyophilisat und Laborbehältnissen beschreibt die physische Form des Materials.
Die einschlägigen Aufzeichnungen zu Lagerung und Handling sollten mit der freigegebenen Dokumentation derselben Charge abgeglichen werden. Aus der Molekülliteratur lassen sich keine allgemeinen Bedingungen ableiten.
Vor der Beschaffung sollte ein Labor Name, Sequenz aus vier Aminosäureresten, Amidierung, Bereitstellungsform, deklarierten Inhalt, Chargencode und zugehöriges Analysezertifikat prüfen. Die Schreibweise in allen Unterlagen sollte sich auf dieselbe Struktur und Probe beziehen.
Reborn Peptides SRL stellt dieses Research-Material ausschließlich für die Laborforschung bereit. Es ist nicht für die Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt.
Dieses Material ist ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke bestimmt. Nicht für die Anwendung am Menschen oder Tier.

FAQ
Ein mitochondrial adressiertes Tetrapeptid (D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH₂), auch bekannt als Elamipretide.
Über die Bindung an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran, nicht als klassischer Radikalfänger.
Nein. Elamipretide wurde jedoch in kontrollierten klinischen Studien zu mitochondrialen Erkrankungen untersucht und ist damit das am weitesten entwickelte Peptid in diesem Sortiment.
Nein. Es gibt klar negative Tierstudien, etwa zur Muskelatrophie nach Rückenmarksverletzung.
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