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Was ist Cagrilintide
Cagrilintide (Entwicklungs-Code AM833, auch NNC0174-0833) ist ein synthetisches, langwirksames Amylin-Analogon von Novo Nordisk [Kruse 2021]. Amylin ist ein koerpereigenes Pankreas-Hormon (37 Aminosaeuren), das gemeinsam mit Insulin ausgeschuettet wird und in der neuroendokrinen Literatur als Saettigungs-Hormon beschrieben ist [Erzen 2024]. Natives Amylin neigt stark zur Bildung von Amyloid-Fibrillen, was das Peptid-Design erschwert. Cagrilintide wurde genau dagegen stabilisiert: ein gegen Aggregation optimiertes, lipidiertes Analogon mit einer C20-Fettdisaeure ueber einen gamma-Glutamyl-Linker an einer Lysin-Seitenkette (Albumin-Bindung, lange Wirkdauer), einer Disulfidbruecke und einem C-terminalen Prolinamid [Kruse 2021; PubChem CID 171397054]. Reborn Peptides liefert Cagrilintide ausschliesslich als Laborforschungs-Compound.
Die Studienlage positioniert Cagrilintide als eines der am besten dokumentierten Amylin-Forschungspeptide ueberhaupt. In Studien wurde Cagrilintide im Zusammenhang mit folgenden Forschungsmarkern untersucht:


Evidenz
Als stabiles, lipidiertes, langwirksames Amylin-Analogon entwickelt und charakterisiert.
Kruse et al., J Med Chem 2021
Nichtselektiver Agonist der Amylin-Rezeptoren (CTR+RAMP) und des Calcitonin-Rezeptors.
Fletcher et al., J Pharmacol Exp Ther 2021
Phase-2-Monotherapie im Zusammenhang mit dosisabhängigen Körpergewichts-Endpunkten.
Lau et al., Lancet 2021
Langwirksames PK-Profil mit Halbwertszeit ca. 159–195 h beschrieben.
Enebo et al., Lancet 2021
In Phase-3-Studien (REDEFINE 1 & 2) mit Semaglutid über 68 Wochen untersucht.
Garvey / Davies et al., NEJM 2025
Forschungsstand
8 ausgewählte Quellen — filterbar nach Studientyp, jede verlinkt direkt zur Quelle.
Research Deep Dive
Vertiefte, studienbasierte Einordnung — jede Aussage mit PubMed-Quelle und Modellqualifier.
Cagrilintide wird in der Entwicklungsliteratur als synthetisches, lipidiertes Amylin-Analogon beschrieben. Der Entwicklungscode AM833 kennzeichnet das Molekül innerhalb dieses Programms. Die Lipidierung war Teil einer gezielten Struktur-Aktivitäts-Strategie, in der molekulare Stabilität, Proteinbindung und eine verlängerte experimentelle Exposition untersucht wurden. „Langwirksam“ beschreibt in diesem eng begrenzten Zusammenhang das in der Literatur untersuchte Moleküldesign; der Begriff trifft keine Aussage über Verhalten, Stabilität oder analytische Beschaffenheit einer kommerziellen Charge.
Die Einordnung in der Referenzliteratur und die Identität des bereitgestellten Materials sind getrennte Fragen. Eine übereinstimmende Bezeichnung belegt weder Sequenz noch Lipidbindung, Molekülform oder gemessene Masse. Auch ein einzelner chromatografischer Peak weist die molekulare Identität nicht nach. Sequenz, Molekülformel, Molekülmasse und CAS-Nummer bleiben bis zum Abgleich mit der freigegebenen Chargendokumentation offen.
| Feld | Referenzangabe |
|---|---|
| Bezeichnung | Cagrilintide |
| Entwicklungscode | AM833 |
| Molekülklasse | Synthetisches, lipidiertes Amylin-Analogon |
| Zielprofil | AMYR- und CTR-Rezeptorsysteme in definierten Forschungsmodellen |
| Sequenz | nach COA-Abgleich |
| Molekülformel | nach COA-Abgleich |
| Molekülmasse | nach COA-Abgleich |
| CAS | nach COA-Abgleich |
Die Interpretation von Struktur-Aktivitäts-Beziehungen setzt eindeutig charakterisiertes Ausgangsmaterial voraus. Produktbezeichnung, Chargenkennung, deklarierte Spezifikation und Identitätsanalytik sind deshalb gemeinsam zu betrachten. HPLC kann ein chromatografisches Profil oder einen methodenspezifischen Reinheitswert einer geprüften Charge beschreiben; ein geeignetes massenspektrometrisches Verfahren kann die molekulare Zuordnung stützen. Die Verfahren beantworten unterschiedliche analytische Fragen, und keines von beiden macht aus einer Literaturbeschreibung eine Chargenauthentifizierung.
Quelle zur Molekülentwicklung: Kruse et al. 2021 · PubMed-Eintrag
AMYR und CTR bezeichnen verwandte, aber unterschiedliche Rezeptorkontexte. CTR steht für den Calcitonin-Rezeptor. Ein Amylinrezeptor, abgekürzt AMYR, entsteht, wenn CTR mit einem rezeptoraktivitätsmodifizierenden Protein, einem RAMP, einen Komplex bildet. Verschiedene RAMP-Partner erzeugen unterschiedliche AMYR-Subtypen und können Ligandenbindung, Signalübertragung und Rezeptorregulation verändern. Die bloße Angabe „Amylinrezeptor“ bleibt daher unvollständig, solange die exprimierten Rezeptorkomponenten und das experimentelle System nicht benannt sind.
Der Calcitonin-Rezeptor kann als definierte Rezeptorkonfiguration untersucht werden. Expressionssystem, Kontrollen und Messgröße bleiben Bestandteile des Ergebnisses.
Die Verbindung von CTR mit einem festgelegten RAMP erzeugt einen AMYR-Subtyp. Die RAMP-Identität muss dokumentiert werden und darf nicht aus der allgemeinen Bezeichnung der Rezeptorfamilie abgeleitet werden.
Vergleichende Zellassays erfassten Endpunktklassen zu Bindung, Aktivierung und Regulation. Mehrere Messgrößen verhindern, dass Rezeptorverhalten auf ein einzelnes Signal reduziert wird.
Fletcher und Kollegen charakterisierten AM833 in zellbasierten Assays anhand von 25 Endpunkten zu Bindung, Aktivierung und Regulation. Innerhalb der geprüften AMYR- und CTR-Konfigurationen beschrieben die Autoren ein nichtselektives Agonistenprofil mit eigenständigen pharmakologischen Merkmalen. „Agonist“ bedeutet hier, dass die Rezeptoraktivierung in einem definierten Testsystem gemessen wurde. Daraus lassen sich keine Beobachtungen für eine andere Zelllinie, Rezeptorkonfiguration, einen anderen Organismus oder ein anderes Studiendesign vorhersagen.
Bindungsaffinität, Second-Messenger-Signale, Internalisierung und regulatorische Messungen sind getrennte Endpunktklassen. Jede hängt von Assayformat, Rezeptorkomponenten, Kontrollen und Messgröße ab. Vergleiche zwischen CTR allein und definierten CTR/RAMP-Komplexen können helfen, ein Signal seinem Rezeptorkontext zuzuordnen; ein Ergebnis aus einem rekombinanten System ist jedoch nicht automatisch auf ein anderes übertragbar. Die publizierte Rezeptorpharmakologie liefert keinen analytischen Nachweis für eine Katalogcharge.
Quelle zur vergleichenden Rezeptorpharmakologie: Fletcher et al. 2021 · PubMed-Eintrag
Dieses Kapitel beschreibt Befunde aus In-vitro- und präklinischen Methoden, einer getrennten Humanuntersuchung und einer narrativen Synthese und trifft keine Aussage über eine Anwendung. Die vier Einträge gehören unterschiedlichen Evidenzebenen an und sind nach Modelltyp, Methode und Endpunktklasse zu lesen. Die folgende Reihenfolge führt von Molekülentwicklung und zellbasierter Rezeptorforschung über die Humanuntersuchung bis zur narrativen Synthese.
Die Entwicklungsforschung untersuchte die strukturelle Optimierung und Auswahl eines lipidierten Amylin-Analogons mit In-vitro- und präklinischen Methoden. Zu den Endpunktklassen gehörten Moleküldesign, stabilitätsbezogene Eigenschaften und rezeptorbezogene Charakterisierung; sämtliche Beobachtungen bleiben modellgebunden.
Kruse et al. 2021 · QuelleDie vergleichende zellbasierte Pharmakologie untersuchte 25 Endpunkte zu Bindung, Aktivierung und Regulation in definierten AMYR- und CTR-Konfigurationen. Diese Assaybeobachtungen sind keine Chargenspezifikationen und lassen sich nicht automatisch über die geprüften Systeme hinaus übertragen.
Fletcher et al. 2021 · QuelleRandomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase-2-Untersuchung am Menschen; ihre Endpunkte bilden eine eigene Evidenzebene und werden nicht als Produkteigenschaften wiedergegeben.
Lau et al. 2021 · QuelleEin narrativer Review ordnet Amylin, Rezeptorarchitektur und die Forschung an Analoga ein. Er liefert Terminologie und Kontext, aber keine unabhängige experimentelle Bestätigung; für einzelne Assaybeobachtungen bleiben die Primärquellen maßgeblich.
Eržen et al. 2024 · QuelleDiese Hierarchie verhindert Übertragungen zwischen Evidenzebenen. Die Entwicklungsarbeit erklärt, weshalb ein Molekülmerkmal untersucht wurde; Rezeptorassays beschreiben Signale in festgelegten Zellsystemen; eine Humanuntersuchung ist eine eigene Kategorie; und ein Review ordnet frühere Literatur. Keine dieser Ebenen authentifiziert bereitgestelltes Material oder begründet eine chargenunabhängige analytische Eigenschaft.
Quelle zur Evidenzebene Humanstudie: Lau et al. 2021 · PubMed-Eintrag
„Cagrilintide“ ist die Bezeichnung des Analogons, „AM833“ sein Entwicklungscode. „Lipidiertes Amylin-Analogon“ beschreibt die Molekülklasse im publizierten Entwicklungsprogramm. „Cagri-Peptid“ ist eine informelle Katalogkurzform und keine eigenständige chemische Identität. Keiner dieser Namen belegt Sequenz, Molekülform, Menge oder analytisches Ergebnis eines chargenbezogenen Materials.
„Amylinrezeptor-Agonist“ ist eine rezeptorpharmakologische Klassifikation. Sie bezeichnet die in einem geeigneten Modell gemessene Aktivierung, kein allgemeingültiges Ergebnis. AMYR ist zudem kein einzelnes isoliertes Rezeptorprotein, sondern ein Rezeptorkomplex aus CTR und einem RAMP. Für eine präzise Interpretation müssen deshalb der jeweilige RAMP-Partner, der zelluläre Hintergrund und die Messmethode angegeben werden. CTR allein und verschiedene AMYR-Subtypen sind nicht als austauschbare Assaysysteme zu behandeln.
„Langwirksam“ bleibt ausschließlich eine Beschreibung des Moleküldesigns, das in der Entwicklungsliteratur untersucht wurde. Der Begriff ist weder Stabilitätsangabe noch Lagerungsaussage oder Zusicherung für bereitgestelltes Material. Ebenso beschreibt „25 Endpunkte“ den Umfang eines publizierten vergleichenden Assayprogramms und nicht 25 bestätigte Eigenschaften eines Katalogartikels. Ein narrativer Review kann diese Zusammenhänge und das weitere Rezeptorfeld einordnen, ersetzt aber weder Primärbelege noch Chargenanalytik.
Quelle zu Terminologie und Rezeptorkontext: Eržen et al. 2024 · PubMed-Eintrag
Sofern ein freigegebenes Dokument das Material als Lyophilisat einordnet, benennt dieser Ausdruck allein die physikalische Form. Eine Bestätigung der molekularen Identität, des Gehalts, der Lagerbedingungen, der Stabilität oder der Reinheit ist damit nicht verbunden; dafür gelten die jeweils dafür vorgesehenen Spezifikations- und Chargennachweise.
Cagrilintide wird Laboren in der EU als Forschungsmaterial bereitgestellt. Wer Cagrilintide kaufen möchte, um ein dokumentiertes Forschungsvorhaben auszustatten, sollte die Produktspezifikation und die zugehörige Chargendokumentation als Maßstab anlegen. Bezeichnung und Chargenkennung müssen zu Prüfdatum, Analysenmethode und ausgewiesenem Ergebnis passen. Abweichungen zwischen Etikett, Spezifikation und Analysenzertifikat sind zu klären, bevor das Material sachlich beschrieben oder einer kontrollierten Laborstudie zugeordnet wird.
HPLC kann ein chromatografisches Profil und einen methodenspezifischen Reinheitswert der geprüften Charge dokumentieren. Ein solches Ergebnis gilt nur für diese Charge und Methode; es ist keine pauschale Eigenschaft von Cagrilintide als Stoffklasse. Die Identität erfordert eigene geeignete Nachweise. Dieser Text trifft keine Aussage über physische Aufmachung, Menge, Lagerbedingungen, Temperaturbereich, Stabilitätsdauer oder Haltbarkeit, da diese Punkte durch den freigegebenen Quellenbestand nicht belegt sind.
Literaturbelege und Lieferdokumentation erfüllen verschiedene Aufgaben. Publikationen definieren molekulare Fragestellungen, Rezeptorkontexte und modellspezifische Beobachtungen. Die geltende Spezifikation und die Chargenunterlagen dokumentieren, welches Material geprüft wurde und mit welcher Methode. Labore, die Cagrilintide kaufen, halten beide Ebenen in ihren Forschungsunterlagen getrennt fest, ohne eine davon als Ersatz für die andere zu behandeln.
Nur für Forschungszwecke. Ausschließlich für die Laborforschung. Nicht für die Anwendung an Menschen oder Tieren. Nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Kein Arzneimittel, Lebensmittel oder Kosmetikum.

FAQ
Struktur & Identifikatoren
Identifikatoren aus PubChem (CID 171397054). Salzform und exaktes Molgewicht sind vor Veroeffentlichung per COA zu bestaetigen.
Quality & Research-Use Framing
Reborn sollte Cagrilintide nur mit chargenbezogenem COA, HPLC/MS-Dokumentation, Lot-Nummer und klarer Research-Use-Only-Kommunikation veroeffentlichen. Keine Expositionsschema, keine Rekonstitution, keine Anwendungs- oder Protokollhinweise, keine Abnehm-, Fettabbau-, Appetit- oder Diabetes-Versprechen. Diese Seite beschreibt Forschungsfelder und publizierte Studienbefunde, keine Produktwirkung am Menschen. Hinweis: Cagrilintide ist ein investigativer Arzneimittel-Kandidat; das Kombinationsprodukt CagriSema befindet sich in FDA-Pruefung - erst nach EU/DE-Legal-Review.
Ein langwirksames Analogon des Hormons Amylin, das gemeinsam mit Insulin aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird.
Als Agonist an Amylin- und Calcitonin-Rezeptoren. Beschrieben sind Sättigungssignale und eine verzögerte Magenentleerung.
Die Kombination aus Cagrilintide und Semaglutid, die in klinischen Studien zur Gewichtsregulation untersucht wird.
Ausschließlich als Research Peptide für Labor- und Forschungszwecke, nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier. Jede Charge wird mit Analysezertifikat (COA), HPLC und MS dokumentiert.
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