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Was ist AOD-9604
AOD-9604 ist ein synthetisches Fragment des menschlichen Wachstumshormons. Es entspricht den Aminosäuren 177 bis 191 des hGH, ergänzt um ein N-terminales Tyrosin, und trägt eine Disulfidbrücke zwischen den beiden Cysteinen.
Das Interesse an diesem Fragment beruht auf der Beobachtung, dass die fettabbauende Region des Wachstumshormons im C-Terminus liegt, während die wachstumsfördernden Effekte an anderer Stelle vermittelt werden. Bei Reborn Peptides ist AOD-9604 ausschließlich ein Research Peptide.
AOD-9604 wurde entwickelt, um die lipolytische Teilaktivität des Wachstumshormons von dessen wachstumsfördernden und blutzuckerwirksamen Eigenschaften zu trennen. In den Originalarbeiten wurde beschrieben, dass das Fragment den Fettabbau beeinflusst, ohne über den klassischen Wachstumshormon-Rezeptor zu wirken und ohne IGF-1 nennenswert zu erhöhen.
Wilding fasste den Entwicklungsstand 2004 in einem Substanzprofil zusammen. AOD-9604 durchlief anschließend klinische Programme zur Gewichtsregulation, verfehlte dort jedoch die primären Endpunkte, weshalb die Entwicklung als Adipositas-Medikament nicht weiterverfolgt wurde.
Ein methodisch aufschlussreicher Befund stammt aus der Dopinganalytik: Orlovius und Kollegen (2013) zeigten, dass AOD-9604 den WADA-Test auf hGH-Isoformen nicht beeinflusst. Das stützt die Aussage, dass sich das Fragment analytisch und funktionell anders verhält als intaktes Wachstumshormon.
Ehrliche Einordnung: Die Evidenz für AOD-9604 ist deutlich dünner als bei vielen anderen Peptiden dieses Sortiments. Aktuelle Übersichtsarbeiten führen es als nicht zugelassene Substanz mit begrenzter Wirksamkeitsevidenz.


Evidenz
AOD-9604 bildet die fettabbauende C-terminale Region des Wachstumshormons ab, ohne über den GH-Rezeptor zu wirken und ohne IGF-1 nennenswert zu erhöhen.
Wilding 2004 · PMID 15134286
Das Fragment beeinflusst den WADA-Test auf hGH-Isoformen nicht, verhält sich also nachweisbar anders als intaktes Wachstumshormon.
Orlovius et al. 2013 · PMID 24124033
Klinische Programme zur Gewichtsregulation verfehlten die primären Endpunkte. Übersichtsarbeiten führen AOD-9604 als nicht zugelassen mit begrenzter Evidenz.
Mendias et al. 2026 · PMID 41966639
Forschungsstand
4 ausgewählte Quellen — filterbar nach Studientyp, jede verlinkt direkt zur Quelle.
Research Deep Dive
Vertiefte, studienbasierte Einordnung — jede Aussage mit PubMed-Quelle und Modellqualifier.
AOD-9604 ist ein synthetisches Peptid aus 16 Resten. Es umfasst den C-terminalen Abschnitt 177–191 des menschlichen Wachstumshormons und trägt davor ein zusätzliches, synthetisch ergänztes N-terminales Tyrosin; zwischen den beiden Cysteinen liegt eine Disulfidbrücke. In der analytischen Literatur wird das Molekül entsprechend als N-Tyrosyl-Analogon von hGH(177–191) beschrieben.
Die Referenzidentität ist über öffentliche Stoffdatenbanken nachvollziehbar. Sie beschreibt die Bezugssubstanz, nicht eine gelieferte Charge: eine übereinstimmende Bezeichnung belegt weder Sequenz noch Molekülmasse, Salzform oder analytische Beschaffenheit des bereitgestellten Materials. Ein einzelner chromatografischer Peak weist die molekulare Identität nicht nach.
| Feld | Referenzangabe |
|---|---|
| Bezeichnung | AOD-9604 |
| Molekülklasse | Synthetisches Peptid, N-Tyrosyl-Analogon von hGH(177–191) |
| Kettenlänge | 16 Reste, eine Disulfidbrücke |
| Sequenz | YLRIVQCRSVEGSCGF |
| Molekülformel | C78H123N23O23S2 |
| Molekülmasse | rund 1.815 g/mol |
| CAS | 221231-10-3 |
| PubChem CID | 71300630 |
| Zielprofil | kein etablierter molekularer Angriffspunkt; untersuchte Rezeptorebenen siehe Kapitel 02 |
Eine unabhängige Bestätigung der Sequenzzuordnung stammt aus der analytischen Literatur und nicht aus Katalogangaben: eine massenspektrometrische Arbeit beschreibt die Kette als Abschnitt 177–191 mit zusätzlichem N-terminalem Tyrosin und erfasst nach Inkubation mehrere mögliche Abbauprodukte, von denen CRSVEGSCG sich in diesem Versuchsrahmen als stabilstes erwies. Auch dieser Befund beschreibt das untersuchte Referenzmaterial, keine Handelscharge.
Quelle zu Sequenz und Analytik: Cox et al. 2015 · PubMed-Eintrag
Für AOD-9604 ist kein etablierter molekularer Angriffspunkt beschrieben. Was der geprüfte Quellenbestand liefert, sind zwei negative Rezeptorabgrenzungen — Befunde also, die eine bestimmte Rezeptorbeteiligung im jeweiligen Testsystem ausschließen, ohne eine andere nachzuweisen. Diese Struktur ist für die Einordnung des Moleküls wesentlich und wird häufig übersehen.
In BaF-BO3-Zellen mit transfiziertem hGH-Rezeptor wurde weder eine Konkurrenz um diesen Rezeptor noch eine hGH-rezeptorabhängige Zellproliferation erfasst — anders als beim Ausgangshormon. Der Befund gilt für das beschriebene Zellsystem und schließt andere molekulare Interaktionen nicht aus.
In einem Mausmodell mit Knockout des beta3-adrenergen Rezeptors liefen die erfassten Vorgänge nach Darstellung der Arbeit nicht direkt über diesen Rezeptor, obwohl dessen RNA-Expression anstieg. Auch das ist eine Abgrenzung, keine Zuweisung eines alternativen Angriffspunkts.
Beide Arbeiten stammen aus demselben Jahr und derselben Arbeitsgruppe. Ihre Aussagekraft bleibt an das jeweils exprimierte Rezeptorsystem, das Assay und den gemessenen Endpunkt gebunden. Aus einer negativen Abgrenzung folgt kein Mechanismus, und aus einem Modellbefund folgt keine Eigenschaft des angebotenen Materials.
Quellen zur Rezeptorebene: Heffernan et al. 2001 (Zell- und Tiermodell) · PubMed-Eintrag · Heffernan et al. 2001 (Knockout-Modell) · PubMed-Eintrag
Die folgende Übersicht beschreibt Befunde in kontrollierter Forschung. Jede Zeile nennt Modelltyp und Untersuchungsgegenstand; die Beobachtungen bleiben an das jeweilige Modell gebunden und beschreiben keine Eigenschaften des bereitgestellten Materials. Der Quellenbestand umfasst sechs Arbeiten, davon eine ausdrücklich zur Stoffabgrenzung.
Unabhängige Beschreibung der 16er-Kette außerhalb von Katalogangaben, dazu die Erfassung möglicher Abbauprodukte mit CRSVEGSCG als stabilstem in diesem Versuchsrahmen.
Cox et al. 2015 · PubMedRadioligandenbindung und Proliferationsmessung in BaF-BO3-Zellen mit transfiziertem hGH-Rezeptor; weder Rezeptorkonkurrenz noch rezeptorabhängige Proliferation erfasst.
Heffernan et al. 2001 · PubMedFrühe präklinische Erfassung; die Messgrößen bleiben an das Rattenmodell gebunden und sind nicht übertragbar.
Ng et al. 2000 · PubMedDie erfassten Vorgänge liefen nach Darstellung der Arbeit nicht direkt über diesen Rezeptor, obwohl dessen RNA-Expression anstieg.
Heffernan et al. 2001 · PubMedIntraartikulärer Versuchsaufbau mit morphologischen und histopathologischen Knorpelendpunkten. Eine eigene Modellebene ohne Bezug zu den Rezeptorbefunden.
Kwon et al. 2015 · PubMedDiese Untersuchung arbeitet mit der um das Tyrosin kürzeren 15er-Kette. Sie steht hier ausschließlich als Beleg dafür, dass Befunde zwischen den beiden Ketten nicht wandern.
Heffernan et al. 2000 · PubMedEin großer Teil der Verwechslungen um dieses Molekül entsteht an einem einzigen Rest. Drei Ketten aus derselben Region des Wachstumshormons tragen ähnliche Namen und sind chemisch verschieden. Wer sie gleichsetzt, überträgt Befunde, Kennnummern und Analysendokumente auf ein anderes Material.
| Kette | Erste Position | Reste |
|---|---|---|
| AOD-9604 | synthetisch ergänztes Tyrosin vor Abschnitt 177–191 | 16 |
| AOD-9401 | Abschnitt 177–191 ohne diese Ergänzung | 15 |
| hGH-Fragment 176-191 | Phenylalanin des Abschnitts 176 | 16 |
AOD-9604 und hGH-Fragment 176-191 sind damit gleich lang und unterscheiden sich an der ersten Position: einmal das synthetisch ergänzte Tyrosin, einmal der natürliche Rest 176 des Hormons. AOD-9401 ist um genau diese Ergänzung kürzer. Im Reborn-Katalog sind AOD-9604 und hGH-Fragment 176-191 getrennte Artikel mit eigener Chargendokumentation; eine Kennnummer, ein Analysenzertifikat oder ein Literaturbefund des einen gilt nicht für das andere.
Praktische Folge für die Quellenarbeit: die Bezeichnung in einer Publikation ist zu prüfen, bevor ihr Befund einem Katalogartikel zugeordnet wird. Eine der hier geführten Arbeiten untersucht ausdrücklich AOD-9401 und wird deshalb nur als Abgrenzung geführt.
Quellen zur Stoffabgrenzung: Cox et al. 2015 · PubMed-Eintrag · Heffernan et al. 2000 (AOD-9401) · PubMed-Eintrag
AOD-9604 wird Laboren in der EU als Forschungsmaterial bereitgestellt. Wer AOD 9604 kaufen möchte, um ein dokumentiertes Forschungsvorhaben auszustatten, legt Produktspezifikation und zugehörige Chargendokumentation als Maßstab an. Bezeichnung und Chargenkennung müssen zu Prüfdatum, Analysenmethode und ausgewiesenem Ergebnis passen. Abweichungen zwischen Etikett, Spezifikation und Analysenzertifikat sind zu klären, bevor das Material sachlich beschrieben oder einer kontrollierten Laborstudie zugeordnet wird.
Diese Seite trifft keine Aussage über Füllmenge, physische Aufmachung, Form, Lagerbedingungen, Temperaturbereich oder Haltbarkeit. Solche Angaben gehen aus Etikett und Chargendokumentation hervor; im freigegebenen Quellenbestand sind sie nicht belegt. HPLC kann ein chromatografisches Profil und einen methodenspezifischen Reinheitswert der geprüften Charge dokumentieren — dieses Ergebnis gilt nur für diese Charge und Methode und ist keine pauschale Eigenschaft des Stoffes. Die Identität erfordert eigene geeignete Nachweise, etwa massenspektrometrische Verfahren.
Literaturbelege und Lieferdokumentation erfüllen verschiedene Aufgaben. Publikationen definieren molekulare Fragestellungen, Rezeptorkontexte und modellspezifische Beobachtungen. Die geltende Spezifikation und die Chargenunterlagen dokumentieren, welches Material geprüft wurde und mit welcher Methode. Beide Ebenen gehören getrennt in die Forschungsunterlagen, ohne dass eine die andere ersetzt.
Nur für Forschungszwecke. Ausschließlich für die Laborforschung. Nicht für die Anwendung an Menschen oder Tieren. Nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Kein Arzneimittel, Lebensmittel oder Kosmetikum.

FAQ
Ein 16 Aminosäuren langes Peptid: Tyrosin plus die Reste 177 bis 191 des menschlichen Wachstumshormons, mit Disulfidbrücke.
Ein einziges Sauerstoffatom. Laut UniProt (P01241) beginnt das echte Fragment 176-191 mit Phenylalanin, AOD-9604 dagegen mit Tyrosin. Viele Anbieter verkaufen AOD-9604 fälschlich unter dem Namen HGH-Fragment 176-191.
Die wachstumsfördernden Eigenschaften des hGH werden über andere Regionen des Moleküls vermittelt. Das Fragment adressiert nur die lipolytische Region.
Ausschließlich als Research Peptide für Labor- und Forschungszwecke, nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier. Jede Charge wird mit Analysezertifikat (COA), HPLC und MS dokumentiert.
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