Wissen
Peptide rekonstituieren und lagern
Wie viel Wasser in ein 5-mg-Vial gehört, warum du nicht schütteln solltest und wie lange eine angesetzte Lösung im Kühlschrank hält.
Das Vial steht vor dir, innen liegt ein weißer Belag, kaum zu sehen. Du hältst es gegen das Licht und fragst dich, wie viel Wasser da hinein muss und ob du gerade etwas kaputt machen kannst. Beides ist in zehn Minuten geklärt.
Dieser Leitfaden beschreibt die Handhabung im Labor: ansetzen, lagern, Haltbarkeit einschätzen. Er nennt keine Dosierungen und keine Anwendungen.
Was du brauchst
- Das Vial mit dem lyophilisierten Peptid
- Bakteriostatisches Wasser oder steriles Wasser
- Eine sterile Spritze mit Kanüle
- Alkoholtupfer
- Einen Kühlschrank mit 2 bis 8 Grad
Bakteriostatisch oder steril
Bakteriostatisches Wasser enthält 0,9 Prozent Benzylalkohol. Der hemmt Keimwachstum, deshalb bleibt eine angesetzte Lösung im Kühlschrank typischerweise 2 bis 4 Wochen brauchbar.
Steriles Wasser hat diesen Zusatz nicht. Damit angesetzt, gilt die Lösung als Einmalansatz und gehört innerhalb von 24 Stunden verbraucht. Für die meisten Laborzwecke ist bakteriostatisches Wasser deshalb die praktischere Wahl.
Bevor du ansetzt
Nimm das Vial 20 bis 30 Minuten vor dem Ansetzen aus dem Kühlschrank. Kaltes Glas beschlägt von außen und du siehst nicht, was im Inneren passiert.
Dann eine kurze Sichtprüfung. Der Gummistopfen soll unbeschädigt sein, die Bördelkappe fest sitzen, das Pulver weiß bis leicht cremefarben und locker im Vial liegen. Ein gelblich verklumpter oder zusammengefallener Kuchen ist ein Grund, vor dem Ansetzen nachzufragen.
Zum Schluss den Stopfen mit einem Alkoholtupfer abwischen und trocknen lassen. Nicht durch feuchten Alkohol stechen.
So setzt du an
- Zieh die gewünschte Menge Lösungsmittel in die Spritze.
- Stich die Kanüle mittig und leicht schräg durch den Stopfen.
- Halte das Vial so, dass die Flüssigkeit innen an der Glaswand herunterläuft. Nicht direkt auf das Pulver strahlen. Der Strahl schäumt, und Schaum ist für Peptide der ungünstigste Zustand.
- Entleere langsam, nimm dir 10 bis 20 Sekunden.
- Stell das Vial ab und lass es 15 bis 30 Minuten stehen. Nicht schütteln. Wenn du nachhelfen willst, roll es sanft zwischen den Handflächen.
Danach soll die Lösung klar sein. Trübung, Flocken oder Schlieren, die nach 30 Minuten noch da sind, sind ein Grund, das Vial nicht weiter zu verwenden.
Wie viel Lösungsmittel
Die Menge bestimmt allein die Konzentration deiner Stammlösung. Sie ändert nichts an der Haltbarkeit.
| Pulver im Vial | Lösungsmittel | Konzentration |
|---|---|---|
| 5 mg | 1 ml | 5 mg/ml |
| 5 mg | 2 ml | 2,5 mg/ml |
| 10 mg | 2 ml | 5 mg/ml |
| 10 mg | 3 ml | 3,33 mg/ml |
Faustregel: Mehr Lösungsmittel macht das Abmessen kleiner Volumina genauer, weil sich Ablesefehler auf eine größere Menge verteilen.
Lagerung
Ungeöffnet und lyophilisiert
- Bei minus 20 Grad mehrere Jahre stabil
- Bei 2 bis 8 Grad viele Monate
- Bei Raumtemperatur einige Wochen, das ist die Reserve für den Transportweg
Nach dem Ansetzen
- Bei 2 bis 8 Grad, dunkel und aufrecht
- Mit bakteriostatischem Wasser typischerweise 2 bis 4 Wochen
- Mit sterilem Wasser 24 Stunden
- Nicht einfrieren. Jeder Frost-Tau-Zyklus setzt dem Molekül zu
Lass das Vial im Karton, dann ist die Lichtfrage auch erledigt.
Fünf Fehler, die wir am häufigsten sehen
- Das Lösungsmittel direkt auf das Pulver spritzen statt an die Glaswand
- Schütteln statt rollen
- Das Vial in der Kühlschranktür lagern. Dort schwankt die Temperatur am stärksten
- Die angesetzte Lösung einfrieren
- Kein Datum notieren. Schreib das Ansetzdatum auf das Etikett, sonst rätselst du in drei Wochen
Chargennummer und Analysezertifikat
Die Chargennummer steht auf dem Etikett des Vials. Über sie ordnest du das Analysezertifikat der Charge zu, die du tatsächlich in der Hand hältst. Was in so einem Dokument steht und woran du ein belastbares erkennst, haben wir unter COA verstehen aufgeschrieben.
Alle Angaben beziehen sich auf die Handhabung im Labor. Sämtliche Produkte werden ausschließlich zu Forschungs- und Laborzwecken verkauft und sind nicht für den menschlichen oder tierischen Gebrauch bestimmt.






























