
IGF-1 LR3
Stoffwechsel, Gewicht & Muskel
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Was ist Ipamorelin
Ipamorelin ist ein synthetisches Pentapeptid mit der Sequenz Aib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH₂. In der Forschung wirkt es als selektiver Agonist am Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a und wurde 1998 als erster wirklich selektiver Wachstumshormon-Sekretagoge beschrieben.
Das prägende Merkmal in der Literatur: Die Freisetzung von Wachstumshormon wurde ausgelöst, ohne dass Cortisol und Prolaktin nennenswert mit ansprachen. Bei Reborn Peptides ist Ipamorelin ausschließlich ein Research Peptide für Labor- und Forschungszwecke. Die belastbaren Daten stammen überwiegend aus Tiermodellen.
Ipamorelin gehört zur Klasse der Growth Hormone Secretagogues. Der beschriebene Mechanismus läuft über den Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a in Hypophyse und Hypothalamus und führte in Tiermodellen zu einer pulsartigen Freisetzung von Wachstumshormon.
In der Erstbeschreibung von Raun und Kollegen (1998) wurde Ipamorelin in Ratten- und Schweinemodellen charakterisiert. Der zentrale Befund war die Selektivität: eine dosisabhängige GH-Antwort ohne die ausgeprägte ACTH- und Cortisol-Mitreaktion, die von älteren Sekretagogen bekannt war. Dieser Punkt ist bis heute der meistzitierte Grund, warum Ipamorelin als Modellsubstanz für selektive GHS-R1a-Aktivierung genutzt wird.
Johansen und Kollegen (1999) berichteten in jungen Ratten über ein verlängertes Längenwachstum der Knochen unter wiederholter Gabe, was auf eine nachgeschaltete IGF-1-Achse hindeutet. Neuere Arbeiten betrachten den Rezeptor breiter: Lu und Kollegen (2024) untersuchten GHS-R1a-Agonisten einschließlich Ipamorelin an Frettchen und beschrieben Effekte auf Cisplatin-induzierten Gewichtsverlust.
Zur ehrlichen Einordnung: Aktuelle Übersichtsarbeiten aus der Sportmedizin führen Ipamorelin ausdrücklich als nicht zugelassene Substanz mit begrenzter Humandatenlage (Mendias und Kollegen, 2026). Belastbare Wirksamkeitsnachweise am Menschen liegen nicht vor.


Evidenz
In Ratten- und Schweinemodellen löste Ipamorelin eine dosisabhängige Freisetzung von Wachstumshormon aus, ohne die von älteren Sekretagogen bekannte ACTH- und Cortisol-Mitreaktion.
Raun et al. 1998 · PMID 9849822
Wiederholte Gabe war in jungen Ratten mit verlängertem Längenwachstum der Knochen assoziiert, was auf eine nachgeschaltete IGF-1-Achse hindeutet.
Johansen et al. 1999 · PMID 10373343
Übersichtsarbeiten ordnen Ipamorelin als nicht zugelassene Substanz mit begrenzter Humandatenlage ein.
Mendias et al. 2026 · PMID 41966639
Forschungsstand
4 ausgewählte Quellen — filterbar nach Studientyp, jede verlinkt direkt zur Quelle.
Research Deep Dive
Vertiefte, studienbasierte Einordnung — jede Aussage mit PubMed-Quelle und Modellqualifier.
Ipamorelin ist ein synthetisches, C-terminal amidiertes Pentapeptid. In der Literatur wird die Referenzsubstanz unter dem Entwicklungscode NNC 26-0161 geführt. Dieser Code bezeichnet die dort untersuchte Verbindung und ist keine Chargenkennung. Die Sequenz Aib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH2 enthält nicht proteinogene beziehungsweise D-konfigurierte Bausteine; die Endung Lys-NH2 kennzeichnet den amidierten C-Terminus. Sequenz und Endgruppe sind deshalb gemeinsam zu betrachten.
| Feld | Dokumentierte Referenzangabe |
|---|---|
| Bezeichnung | Ipamorelin |
| Entwicklungscode | NNC 26-0161; Literaturcode, keine Chargenkennung |
| Klasse | Synthetisches Pentapeptid; Wachstumshormon-Sekretagog; GHSR-1a-Agonist |
| Sequenz | Aib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH2 |
| C-Terminus | Amidiert |
| Summenformel | C38H49N9O5 für die amidierte Referenzform |
| Molmasse | ca. 711,9 g/mol für die amidierte Referenzform |
| PubChem CID | 9831659 |
| CAS | 170851-70-4; vor Verwendung zu bestätigen |
Registerwerte definieren eine Referenzidentität, authentifizieren aber weder experimentelles Material noch eine gelieferte Charge. Sie treffen keine Aussage zu Gehalt, Reinheit, Salzform oder Stabilität. Der Abgleich einer Charge erfordert daher Dokumente, die eindeutig mit dem tatsächlich geprüften Material verknüpft sind.
Struktur- und Klassifikationsquelle: Raun et al. 1998 · European Journal of Endocrinology · PMID 9849822 · In-vitro-Rezeptorsystem und präklinische In-vivo-Modelle
Die Einordnung als Wachstumshormon-Sekretagog und GHSR-1a-Agonist beschreibt eine pharmakologische Forschungsklasse und einen unter definierten Bedingungen untersuchten Rezeptormechanismus. Sie ist weder Identitätsnachweis noch Qualitätsmerkmal. Ergebnisse aus einem Rezeptorsystem lassen sich zudem nicht ohne Prüfung von Modell, Kontrollen, Verfahren und Messgrößen auf andere Versuchsanordnungen übertragen.
Raun und Kollegen untersuchten eine GHS-Rezeptor-Pharmakologie in vitro sowie hormonelle Antworten in präklinischen In-vivo-Systemen.
Die Publikation berichtete eine GH-Antwort ohne vergleichbare Mitreaktion von ACTH und Cortisol unter den dort festgelegten Messbedingungen.
Dieser Befund ist keine allgemeine Selektivitäts-, Sicherheits- oder Produkteigenschaft und qualifiziert keine bereitgestellte Charge.
Der Selektivitätsbegriff bleibt damit strikt an Raun 1998 gebunden. Er bezeichnet den Vergleich der dort gemessenen Antworten und darf nicht zu einer pauschalen Aussage über das Molekül verkürzt werden. Ebenso wenig belegt die Rezeptorklassifikation die Sequenz, molekulare Form oder chromatografische Reinheit eines später bereitgestellten Materials.
Mechanismus und Messkontrast: Raun et al. 1998 · European Journal of Endocrinology · PMID 9849822 · In-vitro-Rezeptorsystem und präklinische In-vivo-Modelle
Dieses Kapitel beschreibt Befunde in kontrollierter Forschung und trifft keine Aussage zur Anwendung. Die Quellen reichen vom Rezeptorsystem über getrennte präklinische Tiermodelle bis zur humanen PK/PD-Modellierung und einer randomisiert kontrollierten Humanstudie. Übereinstimmende Stoffbezeichnungen führen Populationen, Verfahren und Endpunkte nicht zusammen.
Untersucht wurden GHS-Rezeptor-Pharmakologie sowie GH-, ACTH- und Cortisol-Antworten. Der Selektivitätsbefund gilt nur für diese Messungen und Bedingungen.
PMID 9849822Ein präklinisches Rattenmodell erfasste Längenwachstum der Knochen und Körpergewicht. Gesamt-IGF-I, IGF-Bindungsproteine und Serum-Knochenumbaumarker blieben in diesem Modell unverändert.
PMID 10373343In einem eigenständigen präklinischen Modell wurden Knochenmineralgehalt, Knochenmaße und volumetrische Mineraldichte mit mehreren Verfahren untersucht; ein weiteres Sekretagog gehörte zum Vergleichsdesign.
PMID 10828840Ein drittes, getrenntes Rattenmodell unter Glucocorticoid-Exposition erfasste periostale Knochenformationsmessungen. Seine Bedingungen unterscheiden sich von den beiden vorherigen Knochenmodellen.
PMID 11735244In einem präklinischen Nagermodell wurden postoperativer kolonischer Transit, Ausscheidungsparameter und weitere begleitende Messgrößen untersucht.
PMID 19289567Ein anderes präklinisches Nagermodell erfasste gastrale Entleerung und Kontraktilität mit eigenständigen Verfahren. Es ist nicht mit dem Transitmodell von 2009 gleichzusetzen.
PMID 27186127Bei humanen Probanden wurden Konzentrations-Zeit-Verläufe und Wachstumshormon-Antworten für eine pharmakokinetisch-pharmakodynamische Modellierung gemessen.
PMID 10496658Die randomisiert kontrollierte Humanstudie erfasste gastrointestinale Erholungsendpunkte; ihr primärer Endpunkt war nicht statistisch signifikant.
PMID 25331030Die drei Knochenarbeiten bleiben drei voneinander getrennte Rattenmodelle. Ebenso bilden die beiden gastrointestinalen Arbeiten von 2009 und 2012 zwei unterschiedliche präklinische Nagermodelle. Unveränderte Messgrößen und nicht signifikante Befunde sind Bestandteil der Evidenz und dürfen nicht als Bestätigung umgedeutet werden.
Quellenblock: Raun 1998 · European Journal of Endocrinology · PMID 9849822 · In vitro/präklinisch · Johansen 1999 · Growth Hormone and IGF Research · PMID 10373343 · Rattenmodell · Svensson 2000 · Journal of Endocrinology · PMID 10828840 · adulte weibliche Ratten · Andersen 2001 · Growth Hormone and IGF Research · PMID 11735244 · Glucocorticoid-Rattenmodell · Venkova 2009 · Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics · PMID 19289567 · präklinisches Nagermodell · Greenwood-Van Meerveld 2012 · Journal of Experimental Pharmacology · PMID 27186127 · separates präklinisches Nagermodell · Gobburu 1999 · Pharmaceutical Research · PMID 10496658 · humane PK/PD-Studie · Beck 2014 · International Journal of Colorectal Disease · PMID 25331030 · randomisiert kontrollierte Humanstudie; primärer Endpunkt nicht statistisch signifikant
Die Begriffe Pentapeptid, Wachstumshormon-Sekretagog und GHSR-1a-Agonist bezeichnen unterschiedliche Beschreibungsebenen: Molekülaufbau, pharmakologische Klasse und untersuchtes Zielprofil. Keiner dieser Begriffe ist eine Aussage zur analytischen Qualität oder Leistung einer Charge. Auch die Bezeichnung Ghrelin-Rezeptor-Agonist erweitert den Evidenzumfang nicht über die jeweiligen Versuchssysteme hinaus.
Die Humandatenlage ist begrenzt. Die PK/PD-Arbeit beschreibt Messungen und Modellparameter in ihrer untersuchten Probandengruppe. Beck 2014 ist eine randomisiert kontrollierte Humanstudie mit gastrointestinalen Erholungsendpunkten; ihr primärer Endpunkt war nicht statistisch signifikant. Daraus folgt weder eine allgemeine Wirksamkeitsaussage noch eine Übertragung auf andere Kontexte.
Präklinische Befunde bleiben spezies-, modell- und verfahrensgebunden und sind nicht auf Menschen übertragbar. Literaturangaben authentifizieren außerdem keine aktuelle Charge. Datenbankreferenz, Material einer Publikation und geliefertes Material sind drei getrennte Dokumentationsebenen. Die Literatur qualifiziert weder Identität, Gehalt, Reinheit, Salzform noch Stabilität der bereitgestellten Charge.
Grenzquellen: Gobburu et al. 1999 · Pharmaceutical Research · PMID 10496658 · humane PK/PD-Studie · Beck et al. 2014 · International Journal of Colorectal Disease · PMID 25331030 · randomisiert kontrollierte Humanstudie; primärer Endpunkt nicht statistisch signifikant
Für physische Form, deklarierten Gehalt und Lagerbedingungen trifft dieser Text keine eigene Feststellung; maßgeblich sind jeweils das freigegebene Etikett, die Spezifikation und die Dokumentation der betreffenden Charge. Beschreibt ein freigegebenes Dokument das Material als lyophilisiert, bezeichnet der Begriff ausschließlich das physische Format und belegt weder molekulare Identität noch Gehalt, Stabilität oder Reinheit.
Die dokumentarische Qualifikation beginnt mit einer durchgängigen Zuordnung von Bezeichnung, deklarierter Sequenz einschließlich amidiertem C-Terminus, Etikett, Chargenkennung, freigegebener Spezifikation und Analysezertifikat. Prüfdatum, Methode, Berichtskennung und Ergebnis müssen erkennbar dieselbe Charge betreffen. Ein Dokument ohne passende Chargenkennung belegt das vorliegende Material nicht.
HPLC kann für die analysierte Probe ein chromatografisches Profil und einen methodenspezifischen Reinheitswert dokumentieren. Der Befund gilt nur für die bezeichnete Charge und innerhalb der ausgewiesenen Methode. Er ist keine allgemeine Stoffeigenschaft und beantwortet für sich allein nicht jede Identitätsfrage. Chromatografische Bewertung und ergänzender Identitätsnachweis erfüllen unterschiedliche analytische Aufgaben.
Verbindliche Angaben zu Salzform, physischer Form, Gehalt, Lagerbedingungen und Stabilitätszeitraum müssen aus den freigegebenen Produkt- und Chargenunterlagen stammen. Die hier zitierte Literatur liefert dafür keine Qualifikation. Solche Merkmale werden deshalb weder aus einer Stoffbezeichnung noch aus Datenbankwerten oder pharmakologischen Befunden abgeleitet.
Literaturgrenze der Chargenqualifikation: Raun et al. 1998 · European Journal of Endocrinology · PMID 9849822 · Referenzsubstanz in definierten Forschungssystemen
Laborteams, die Ipamorelin kaufen, prüfen vor der Beschaffung die Übereinstimmung von Stoffbezeichnung, vollständiger Sequenz, C-terminaler Amidierung, Etikett, Chargenkennung, freigegebener Spezifikation und zugehörigem Analysezertifikat. Referenzdaten und Publikationen schaffen wissenschaftlichen Kontext; sie ersetzen keine freigegebene Dokumentation der konkret angebotenen Charge.
Der Beschaffungsentscheid für ein dokumentiertes Laborprojekt sollte auf nachvollziehbaren, chargenbezogenen Unterlagen beruhen. Ein HPLC-Ergebnis bleibt methodenspezifisch, und jede Identitätsprüfung muss dem bezeichneten Material eindeutig zugeordnet sein. Damit bleiben pharmakologische Klassifikation und analytische Chargenqualifikation konsequent getrennt.
Das Material ist ausschliesslich fuer Forschungs- und Laborzwecke bestimmt, nicht fuer die Anwendung an Menschen oder Tieren.

FAQ
Ein synthetisches Pentapeptid (Aib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH₂), das in der Forschung als selektiver Agonist am Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a untersucht wird.
In den Originalarbeiten löste Ipamorelin eine Wachstumshormon-Antwort aus, ohne Cortisol und Prolaktin nennenswert mitzuerhöhen. Genau das unterscheidet es von älteren Sekretagogen.
Nur begrenzt. Die belastbare Evidenz stammt aus Tiermodellen. Ipamorelin ist nicht zugelassen.
Ausschließlich als Research Peptide für Labor- und Forschungszwecke, nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier.
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