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Was ist Kisspeptin-10
Kisspeptin-10 (KP-10, auch Metastin 45-54) ist das C-terminale Decapeptid des KiSS-1-Genprodukts - eines koerpereigenen Neuropeptid-Systems. Das KISS1-Gen kodiert ein 54-Aminosaeuren-Peptid (Kisspeptin-54 / Metastin); Kisspeptin-10 ist dessen biologisch aktiver C-Terminus und behaelt die volle Wirksamkeit am Rezeptor [Kotani 2001]. Pharmakologisch ist KP-10 der natuerliche Ligand des Rezeptors KISS1R (GPR54), eines Gq-gekoppelten G-Protein-gekoppelten Rezeptors [Kotani 2001; Seminara 2003]. Die Sequenz ist Tyr-Asn-Trp-Asn-Ser-Phe-Gly-Leu-Arg-Phe-NH2 (YNWNSFGLRF-NH2), ein C-terminal amidiertes Decapeptid. Reborn Peptides liefert Kisspeptin-10 ausschliesslich als Laborforschungs-Compound.
Die Studienlage positioniert Kisspeptin-10 als eines der am besten dokumentierten neuroendokrinen Forschungspeptide ueberhaupt. In Studien wurde Kisspeptin-10 im Zusammenhang mit folgenden Forschungsmarkern untersucht:


Evidenz
Kisspeptin-10 als natürlicher Decapeptid-Agonist des Rezeptors KISS1R/GPR54 charakterisiert.
Kotani et al., J Biol Chem 2001
Wirkt über GPR54 direkt auf GnRH-Neuronen und stimuliert die GnRH-Freisetzung.
Messager et al., PNAS 2005
GPR54-Funktionsverlust mit hypogonadotropem Hypogonadismus assoziiert — GPR54 als essenziell.
Seminara / de Roux et al., NEJM/PNAS 2003
Einer der potentesten Stimulatoren der LH/FSH-Freisetzung in präklinischen Modellen.
Gottsch et al., Endocrinology 2004
Am Menschen im Zusammenhang mit LH und LH-Pulsfrequenz untersucht.
George et al., JCEM 2011
Forschungsstand
9 ausgewählte Quellen — filterbar nach Studientyp, jede verlinkt direkt zur Quelle.
Research Deep Dive
Vertiefte, studienbasierte Einordnung — jede Aussage mit PubMed-Quelle und Modellqualifier.
Kisspeptin-10 ist das C-terminal amidierte Decapeptid der Kisspeptin-Familie. Die kondensierte Sequenz YNWNSFGLRF-NH2 entspricht den Resten 45 bis 54 des Stammpeptids Kisspeptin-54. Die Endung NH2 kennzeichnet die Amidierung am C-Terminus und gehört damit zur beschriebenen Referenzstruktur.
Sequenz, Summenformel und Datenbankkennungen grenzen eine chemische Referenz ab. Sie authentifizieren jedoch kein physisches Material. Insbesondere Masse, Gegenion, Salz- oder Solvatform und analytischer Befund einer konkreten Charge sind nur aus den eindeutig zugeordneten Chargenunterlagen abzuleiten.
| Feld | Wert |
|---|---|
| Name / Synonyme | Kisspeptin-10, KP-10, Metastin 45-54 |
| Klasse | C-terminal amidiertes Decapeptid der Kisspeptin-Familie |
| Stammpeptid | Kisspeptin-54 |
| Rezeptor | KISS1R (GPR54) |
| Sequenz | YNWNSFGLRF-NH2 |
| CAS | 374675-21-5 |
| PubChem CID | 25240297 |
| Summenformel | C63H83N17O14 |
| InChIKey | RITKWYDZSSQNJI-INXYWQKQSA-N |
| Masse / Salzform | Nur nach Abgleich mit dem chargenzugehörigen COA; keine chargenunabhängige Festlegung |
| Regulatorischer Status | Nicht als Arzneimittel zugelassen; ausschließlich Forschungsmaterial |
Referenzidentität und Chargenidentität beantworten somit verschiedene Fragen. Die Literatur beschreibt ein sequenzdefiniertes Molekül; das COA dokumentiert die tatsächlich geprüfte Charge, die Methode und den dazugehörigen Befund.
Quelle zur Rezeptor- und Moleküleinordnung: Kotani et al. 2001 · PMID 11457843
Eine In-vitro-Arbeit identifizierte KISS1R, historisch GPR54 genannt, als Rezeptor für KISS1-abgeleitete Peptide. In den dort eingesetzten zellulären Systemen wurden Bindung und Aktivierung untersucht; auch das C-terminale Decapeptid wurde unter diesen Assaybedingungen pharmakologisch charakterisiert. Diese Befunde bleiben an Präparation, Methode und Messgröße gebunden.
Ein In-vitro-Bindungsassay erfasst die Wechselwirkung mit der untersuchten Rezeptorpräparation. Er ist weder Identitäts- noch Reinheitsprüfung einer Charge.
Ein funktioneller Zellassay misst ein Signal nach Rezeptorkontakt. Das Ergebnis beschreibt das konkrete Testsystem, nicht pauschal jedes Material mit derselben Bezeichnung.
Vergleiche receptortragender und rezeptordefizienter Tiermodelle prüfen, ob ein Endpunkt vom untersuchten Signalweg abhängt. Daraus entsteht keine Materialspezifikation.
Präklinische Arbeiten untersuchten darüber hinaus neuronale und hormonelle Messgrößen in Nagermodellen sowie mit Kisspeptin-Antagonisten. Solche Modellbefunde erläutern Forschungsmechanismen, dürfen aber weder als Humanbefund noch als chargenbezogene Eigenschaft gelesen werden.
Mechanismusquellen: PMID 11457843 · PMID 15665093 · PMID 19321788
Dieses Kapitel beschreibt Befunde in kontrollierter Forschung und trifft keine Aussage zur Verwendung. Die Reihenfolge führt von zellulären Systemen über Tiermodelle und Human-Studien bis zur Übersichtsarbeit; jede Beobachtung bleibt an Molekül, Modell, Methode und Endpunkt der jeweiligen Publikation gebunden.
Zelluläre Rezeptorpräparationen dienten zur Untersuchung von GPR54-Bindung und -Aktivierung durch KISS1-abgeleitete Peptide. Der Befund beschreibt die geprüften In-vitro-Bedingungen.
PMID 11457843Eine präklinische Antagonistenarbeit untersuchte GnRH-Neuronenaktivität und LH-Pulsatilität in experimentellen Modellen. Die Ergebnisse sind an Antagonist, Modell und Endpunkte gebunden.
PMID 19321788Im Mausmodell wurde die GPR54-abhängige Aktivierung von GnRH-Neuronen untersucht. Der Vergleich mit rezeptordefizienten Tieren begrenzt die Aussage auf diesen Signalweg und Versuchsaufbau.
PMID 15665093Die Studie erfasste im männlichen Rattenmodell c-Fos in GnRH-Neuronen, LH und KiSS-1-mRNA. Untersucht wurde Kisspeptin-52, nicht KP-10; eine Gleichsetzung der Peptidlängen wäre daher unzulässig.
PMID 15665556Im Mausmodell wurden Kisspeptin-54 und Kisspeptin-10 sowie hormonelle Messgrößen untersucht; zusätzlich wurde die Verteilung der Kiss1-mRNA betrachtet. Die Einzelbefunde bleiben der jeweils geprüften Peptidform zugeordnet.
PMID 15217982Die Arbeit untersuchte beim Menschen Funktionsverlust-Varianten von GPR54 und ergänzte diese Ebene durch ein rezeptordefizientes Mausmodell. Human- und Tierbefunde sind getrennt zu bewerten.
PMID 14573733Eine Familiengenetikstudie berichtete einen Funktionsverlust des GPR54-Rezeptors in der untersuchten Familie. Die Studie prüfte kein bereitgestelltes KP-10-Material.
PMID 12944565Die Human-Studie erfasste LH-Konzentration und Pulsfrequenz als definierte Endpunkte. Diese Messungen gelten ausschließlich im Rahmen des publizierten Designs.
PMID 21632807Die Übersichtsarbeit ordnete Rezeptor-, Tiermodell-, Genetik- und klinische Literatur ein. Als Sekundärquelle liefert sie keine neue Primärmessung und keine Chargenanalyse.
PMID 22811428Studienquellen: PMID 11457843 · PMID 19321788 · PMID 15665093 · PMID 15665556 · PMID 15217982 · PMID 14573733 · PMID 12944565 · PMID 21632807 · PMID 22811428
Kisspeptin-10, Kisspeptin 10 und KP-10 bezeichnen dieselbe sequenzdefinierte Referenz. Auch Metastin 45-54 grenzt das Decapeptid über den angegebenen Restbereich ab. Unterschiede bei Bindestrich, Leerzeichen oder Abkürzung erzeugen keine neue chemische Identität.
Kisspeptin-54 ist das Stammpeptid aus 54 Aminosäureresten und wird auch Metastin genannt. Kisspeptin-13 und Kisspeptin-14 sind längere C-terminale Fragmente. Gemeinsamer Ursprung und überlappende Sequenzen machen diese Moleküle nicht austauschbar; jede Länge benötigt eine eigene Sequenzzuordnung, Beschreibung der terminalen Form und Chargendokumentation.
Die Bezeichnung Metastin ohne Restbereich kann auf Kisspeptin-54 verweisen, während Metastin 45-54 ausdrücklich KP-10 meint. Deshalb darf ein Familienname nicht als Grundlage dienen, um Befunde zwischen unterschiedlichen Peptidlängen zu übertragen.
Quellen zur Begriffseinordnung: PMID 11457843 · PMID 22811428
Sofern eine freigegebene Unterlage das Material als Lyophilisat bezeichnet, beschreibt dies ausschließlich das physische Format. Der Begriff bestätigt weder molekulare Identität und Gehalt noch Lagerung, Stabilität oder Reinheit; diese Merkmale sind getrennt über Kennzeichnung, Spezifikation und Dokumentation der zugehörigen Charge zu prüfen.
Salzform, Gegenion, Lagerbedingung und Stabilitätszeitraum werden hier nicht chargenunabhängig festgelegt. Maßgeblich sind die freigegebene Kennzeichnung, die zutreffende Spezifikation und das eindeutig passende COA. Sequenzlänge, Summenformel und Datenbankkennung können diese Angaben nicht ersetzen.
Bei der Dokumentenprüfung sollten Produktbezeichnung und Sequenz über Kennzeichnung und Spezifikation hinweg übereinstimmen. Die Chargenkennung verbindet das Material mit dem COA; dort müssen geprüfte Probe, Methode, Prüfdatum und Ergebnis nachvollziehbar bezeichnet sein. Abweichungen innerhalb dieser Kette sind vor der Zuordnung zu klären.
Ein HPLC-Reinheitswert ist methoden- und chargenbezogen und gilt ausschließlich für die tatsächlich geprüfte Charge. Chromatographische Reinheit, molekulare Identität und Gehaltsbestimmung sind getrennte analytische Fragen. Eine Literatur- oder Datenbankreferenz liefert keinen Reinheitsnachweis.
Quellen zur Abgrenzung von Literatur und Chargenbefund: PMID 11457843 · PMID 22811428
Für die Forschungsbeschaffung in der EU sind Referenzidentität und Chargendokumentation getrennt zu bewerten. Veröffentlichungen beschreiben untersuchte Modelle und Endpunkte; freigegebene Unterlagen beschreiben eine bereitgestellte Charge. Keine dieser Ebenen ersetzt die andere.
Eine prüfbare Dokumentenkette umfasst eine eindeutige Artikel- und Chargenreferenz, die zutreffende Spezifikation, das zugeordnete COA sowie dokumentierte Methoden, Ergebnisse, Datum und Freigabestatus. Sie bildet die Grundlage für die Aufnahme des Materials in kontrollierte Laborprozesse.
Das Material ist ausschließlich für Forschungszwecke und den Laborgebrauch bestimmt, nicht zur Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung.

FAQ
Struktur & Identifikatoren
Identifikatoren aus PubChem (CID 25240297). Spezies-/Sequenz-Identitaet (humanes KP-10F) sowie Salzform/exaktes Molgewicht sind vor Veroeffentlichung per batch analytics zu bestaetigen.
Ein Zehnpeptid und das aktive C-terminale Fragment des Kisspeptins, das vom KISS1-Gen kodiert wird.
Über den Rezeptor KISS1R (GPR54) im Hypothalamus. Dort stößt es die Freisetzung von GnRH an, den Hauptschalter der Reproduktionsachse.
Weil es sehr weit oben in der HPG-Achse ansetzt und damit als Werkzeug dient, um Pubertät, Fertilität und Sexualverhalten zu untersuchen.
Ausschließlich als Research Peptide für Labor- und Forschungszwecke, nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier. Jede Charge wird mit Analysezertifikat (COA), HPLC und MS dokumentiert.
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