Melanotan II

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Was ist Melanotan II

Melanotan II im Überblick

Melanotan II, häufig MT-II oder MT-2 genannt, ist ein synthetisches zyklisches Melanocortin-Peptid aus der α-MSH-Forschung. In der Literatur wird MT-II durchgängig als nicht-selektiver Melanocortin-Rezeptor-Agonist beschrieben (Wessells et al., 2000). Ein einziges, gut charakterisiertes Molekül erlaubt es damit, Rezeptoraktivierung, GPCR-Signaling und melanocortinabhängige Physiologie über mehrere Achsen hinweg zu untersuchen.

Forschungsüberblick

Pigmentierung / Melanogenese. Eine frühe Phase-I-Arbeit von Dorr et al. (1996) untersuchte Melanotan-II als superpotentes zyklisches melanotropes Peptid und berichtete melanotrope Pigmentierungsaktivität in einem Humanforschungs-Setting. Hadley und Kollegen (1998) ordneten MT-I und MT-II in die Entwicklung neuartiger melanogener Peptide ein.

Zentrale Energiebalance (MC4R). In der vielzitierten Arbeit von Fan et al. (1997, Nature) wurde gezeigt, dass die zentrale Gabe des Melanocortin-Agonisten MTII die Nahrungsaufnahme in mehreren Modellen beeinflusste – ein Befund, der MT-II fest in der MC4R-/Energiebalance-Forschung verankert. Aussage strikt präklinisch und modellbezogen.

Rezeptorpharmakologie & Verhaltens-Endpunkte. Ein Review von Wessells et al. (2000) beschreibt MT-II ausdrücklich als nicht-selektiven Melanocortin-Rezeptor-Agonisten; Rössler et al. (2006) zeigten Effekte in einem präklinischen weiblichen Verhaltensmodell. Aktuelle Tool-Compound-Literatur (Weirath & Haskell-Luevano, 2024) stützt den Rezeptor-/GPCR-Winkel.

Die Studienlage positioniert MT-2 als eines der am besten charakterisierten melanotropen Referenzpeptide. Alle Aussagen sind studienbezogen und modellqualifiziert (präklinisch / Tiermodell / Human / Review). MT-2 wird ausschließlich als Forschungschemikalie angeboten – ohne Expositionsschema, Anwendung oder Wirkversprechen.

Die folgenden Quellen stützen die auf dieser Produktseite verwendeten, study-framed Research-Claims. Alle Aussagen bleiben modell-/studienbezogen und ersetzen keine medizinische Aussage.

Quelle: Dorr RT, Lines R, Levine N, Brooks C, Xiang L, Hruby VJ, Hadley ME, 1996, Life Sciences

Research Area: Pigmentation / melanotropic activity (human phase-I)

Finding: Reported melanotropic/pigmentation activity for the superpotent cyclic peptide in an early-phase human research setting.

Technische Daten
CAS-Nummer121062-08-6
SummenformelC₅₀H₆₉N₁₅O₉
Molekulargewicht1024,2 g/mol
SequenzAc-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH₂
Aminosäuren7
Reinheit≥ 99 % (HPLC)
PubChem CID92432
Molekülstruktur
Melanotan II
In-vitroTiermodellHuman-Pilot4RCT5Zulassung

Forschungsstand

Referenzierte Studien zu Melanotan II

11 ausgewählte Quellen — filterbar nach Studientyp, jede verlinkt direkt zur Quelle.

Human-StudieEvaluation of melanotan-II, a superpotent cyclic melanotropic peptide in a pilot phase-I clinical studyDorr RT, Lines R, Levine N, Brooks C, Xiang L, Hruby VJ, Hadley ME, 1996, Life SciencesQuelle →ReviewDiscovery and development of novel melanogenic drugs. Melanotan-I and -IIHadley ME, Hruby VJ, Blanchard J, Dorr RT, Levine N, Dawson BV, al-Obeidi F, Sawyer TK, 1998, Pharmaceutical BiotechnologyQuelle →ReviewMelanocortin peptide therapeutics: historical milestones, clinical studies and commercializationHadley ME, Dorr RT, 2006, PeptidesQuelle →StudieRole of melanocortinergic neurons in feeding and the agouti obesity syndromeFan W, Boston BA, Kesterson RA, Hruby VJ, Cone RD, 1997, NatureQuelle →Human-StudieSynthetic melanotropic peptide initiates erections in men with psychogenic erectile dysfunction: double-blind, placebo controlled crossover studyWessells H, Fuciarelli K, Hansen J, Hadley ME, Hruby VJ, Dorr R, Levine N, 1998, Journal of UrologyQuelle →Human-StudieEffect of an alpha-melanocyte stimulating hormone analog on penile erection and sexual desire in men with organic erectile dysfunctionWessells H, Gralnek D, Dorr R, Hruby VJ, Hadley ME, Levine N, 2000, UrologyQuelle →ReviewMelanocortin receptor agonists, penile erection, and sexual motivation: human studies with Melanotan IIWessells H, Levine N, Hadley ME, Dorr R, Hruby V, 2000, International Journal of Impotence ResearchQuelle →ReviewDiscovery that a melanocortin regulates sexual functions in male and female humansHadley ME, 2005, PeptidesQuelle →TiermodellThe melanocortin agonist, melanotan II, enhances proceptive sexual behaviors in the female ratRössler AS, Pfaus JG, Kia HK, Bernabé J, Alexandre L, Giuliano F, 2006, Pharmacology Biochemistry and BehaviorQuelle →ReviewRecommended Tool Compounds for the Melanocortin Receptor (MCR) G Protein-Coupled Receptors (GPCRs)Weirath NA, Haskell-Luevano C, 2024, ACS Pharmacology &ampQuelle →StudieMelanotan II User Experience: A Qualitative Study of Online Discussion ForumsGilhooley E, Daly S, McKenna D, 2021, DermatologyQuelle →

Research Deep Dive

Die Forschung im Detail

Vertiefte, studienbasierte Einordnung — jede Aussage mit PubMed-Quelle und Modellqualifier.

7 ResteZyklisches Heptapeptid
1024,2 g/molNeutrale Molmasse
13 ResteLinearer α-MSH-Vergleich
6PubMed-Quellen
01Chemie und molekulare Identität

Melanotan 2, auch Melanotan II, MT-II oder MT-2 geschrieben, ist ein synthetisches zyklisches Analogon aus der Forschung zu α-Melanozyten-stimulierendem Hormon. Die anerkannte Sequenzdarstellung lautet Ac-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH2. Eine Lactambrücke zwischen der Seitenketten-Carboxylgruppe von Asp und der Seitenketten-Aminogruppe von Lys schränkt die Struktur konformationell ein. So entsteht ein ringförmiges Analogon mit sieben Resten auf Grundlage des α-MSH(4–10)-Pharmakophors und mit Nle- sowie D-Phe-Substitutionen.

Bezeichnungen allein belegen keine Identität. Sequenz, molekulare Form, Etikett, Chargencode und Analysendokumentation müssen übereinstimmen, bevor Forschungsmaterial einem Experiment zugeordnet wird. Die Referenzkennungen beschreiben die neutrale Verbindung; eine Salz- oder Gegenionenform erfordert eine gesondert verifizierte Dokumentation und übernimmt diese Kennungen nicht automatisch.

FeldReferenzspezifikation
StoffbezeichnungMelanotan 2, Melanotan II, MT-II oder MT-2
Klasse und StrukturZyklisches, lactamverbrücktes Heptapeptid
SequenzAc-Nle-cyclo[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH2
SummenformelC50H69N15O9
Molmasse1024,2 g/mol
PubChem CID92432
InChIKeyJDKLPDJLXHXHNV-MFVUMRCOSA-N
CAS RN121062-08-6
BestimmungAusschließlich für die Laborforschung

Quellen: Hadley et al. 1998 · PMID 9760697 · Hadley und Dorr 2006 · PMID 16412534

02Rezeptorpharmakologie und Forschungsgrenzen

Die Fachliteratur beschreibt die Referenzsubstanz Melanotan II als nichtselektiven Melanocortin-Rezeptor-Agonisten. Dies ist eine Forschungsklassifikation und keine Aussage darüber, dass sich jeder Rezeptoruntertyp oder Assay gleich verhält. Die Interpretation hängt von Rezeptorspezies, Expressionssystem, Assaydesign und gewähltem Endpunkt ab. Eine Signalwegzuordnung darf nicht als Rezeptorselektivität wiedergegeben werden.

Referenzmolekül

Publizierte MT-II-Beobachtungen gelten für das von den Autoren spezifizierte Molekül, Modell und Messverfahren. Sie authentifizieren kein geliefertes Material.

Assaykontext

Rezeptorspezies, Expressionssystem und Assaybedingungen bestimmen die experimentellen Grenzen für Vergleiche zwischen Studien.

Chargennachweis

Etikett, Chargencode, Analysemethode und Ergebnis müssen unabhängig von der Literatur zur Referenzsubstanz abgeglichen werden.

Ein aktueller Review zur Rezeptorpharmakologie ordnet Melanocortin-Verbindungen in die heutige Forschung mit MCR-GPCR-Werkzeugsubstanzen ein. Historische Reviews unterscheiden lineare und zyklische α-MSH-Analoga und beschreiben die Entwicklungslinie des zyklischen MT-II. Reviews bündeln frühere Arbeiten; sie zertifizieren weder eine Handelscharge noch sagen sie das Ergebnis eines neuen Experiments voraus.

Quellen: Hadley et al. 1998 · PMID 9760697 · Weirath und Haskell-Luevano 2024 · PMID 39296259

03Studienlandschaft nach Fragestellung und Modell

Die zitierte Literatur beschreibt Befunde in kontrollierter Forschung und verbindet Reviews und Tiermodelle mit eng gefassten kontrollierten Endpunkten. Er erlaubt nicht, rezeptorbezogene, physiologische, verhaltensbezogene und andere Modellendpunkte zu einem erwarteten Ergebnis zusammenzuführen. Die folgenden Einträge sind Datensätze einer Evidenzkarte, keine Anleitungen oder Ergebnisversprechen.

Tiermodelle
Fan et al., 1997 — zentrale Melanocortin-Signalgebung

Die Messung der Nahrungsaufnahme war ein im zitierten Modell erhobener Endpunkt in vier präklinischen Hyperphagie-Modellen; ein Antagonistenvergleich untersuchte die Beteiligung des Signalwegs.

PMID 8990120
Review
Hadley et al., 1998 — Entwicklung der Analoga

Der Review unterscheidet lineare und zyklische α-MSH-Analoga und ordnet MT-II in deren Forschungsgeschichte ein.

PMID 9760697
Humanpilot
Dorr et al., 1996 — Phase-I-Pilot

Ein Phase-I-Pilot mit drei männlichen Probanden erfasste melanotrope und pigmentierungsbezogene Messwerte; eine Gruppe dieser Größe trägt weder eine Populationsaussage noch eine Aussage über geliefertes Forschungsmaterial.

PMID 8637402
Review
Hadley und Dorr, 2006 — molekulare Entwicklungslinie

Der Review grenzt lineares MT-I, zyklisches MT-II und das PT-141-Derivat als eigenständige Forschungsidentitäten voneinander ab.

PMID 16412534
Tiermodell
Rössler et al., 2006 — Verhaltensmessung

Prozeptives Verhalten war ein im zitierten Modell bei weiblichen Ratten gemessener Endpunkt. Der Befund bleibt eine Tierbeobachtung.

PMID 17113634
Rezeptor-Review
Weirath und Haskell-Luevano, 2024 — GPCR-Werkzeuge

Der Review ordnet MT-II in die aktuelle Forschung mit Werkzeugsubstanzen für Melanocortin-Rezeptor-GPCRs ein.

PMID 39296259

Die zitierten Beobachtungen bleiben jeweils auf Molekül, Modell, Methode und Endpunkt der Quelle begrenzt.

04Namensgrenzen und verwandte Verbindungen

MT2-Peptid, MT-2-Peptid, MT-II und Melanotan II bezeichnen bei korrekter Verwendung dieselbe molekulare Identität. Endogenes α-MSH ist dagegen ein lineares Peptid mit 13 Resten. MT-II ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid-Analogon seines 4–10-Pharmakophors. Lactambrücke, kürzere Sequenz sowie Nle- und D-Phe-Substitutionen machen die Moleküle chemisch verschieden; die gemeinsame Entwicklungslinie belegt kein identisches Rezeptorprofil.

Melanotan 1 und Melanotan 2 sind ebenfalls unterschiedliche Identitäten. Afamelanotid, historisch mit dem Namen Melanotan I verbunden, ist ein lineares [Nle4,D-Phe7]-α-MSH-Analogon mit 13 Resten, während MT-II zyklisch ist und sieben Reste umfasst. Der regulatorische Status eines anderen Moleküls lässt sich nicht auf MT-II übertragen.

PT-141 wird als MT-II-Derivat beschrieben, ist jedoch eine andere Verbindung. GHK-Cu ist ein Kupfer(II)-Komplex aus Gly-His-Lys, und Oxytocinacetat wird unter einer eigenen Identität katalogisiert. Deren Evidenz und Chargendokumente können Melanotan 2 nicht belegen. Weiterführende methodische Orientierung bieten der Wissensbereich und der Leitfaden zu Studienmodellen.

Quellen: Hadley et al. 1998 · PMID 9760697 · Hadley und Dorr 2006 · PMID 16412534

05Chargendokumentation und Laborformat

Melanotan II ist als lyophilisiertes Pulver für die kontrollierte Laborhandhabung aufgeführt. Die angegebene Bezeichnung, physische Form und Menge müssen auf freigegebenem Etikett, Spezifikation und zugehöriger Chargendokumentation übereinstimmen. Publizierte Arbeiten zu Referenz-MT-II verifizieren weder eine Handelscharge noch deren deklarierte Menge, Form, Identität oder experimentelle Leistung.

Identitätsnachweis: Massenspektrometrie (MS) kann innerhalb der für die geprüfte Charge dokumentierten Methode und Akzeptanzkriterien massenbezogene Evidenz liefern. Chromatografischer Nachweis: HPLC kann für diese Charge ein chromatografisches Profil und ein numerisches Ergebnis dokumentieren. Keine der beiden Methoden darf über das dokumentierte Ergebnis hinaus dargestellt werden.

Chargenspezifität: Jede Reinheitsangabe muss durch das zugehörige Certificate of Analysis gestützt und auf die freigegebene Charge begrenzt sein. Das COA sollte mit Bezeichnung und Chargencode von Melanotan II übereinstimmen und Prüfdatum, Methode sowie Ergebnis nennen. Das numerische Ergebnis einer Charge darf nicht verallgemeinert werden.

Verbindliche Lagerbedingungen und Stabilitätsspezifikationen müssen der freigegebenen Produktdokumentation entnommen werden. In Laborunterlagen sollten Bezeichnung, Chargencode und Analysendokumente gemeinsam geführt werden. Ergänzende Informationen bieten die Erläuterungen zu COA-, HPLC- und MS-Dokumentation sowie zu lyophilisiertem Material und Lagerung.

Forschungsklassifikationen: PMID 39296259

06Evidenzgrenzen und Research-Supply

Reborn führt Melanotan 2 ausschließlich als Material für die Laborforschung. Keine der zitierten Publikationen verifiziert das gelieferte Material oder macht aus einer Literaturbeobachtung eine Produkteigenschaft. Die Versuchsplanung sollte Referenzidentität, Studienmodell, gemessenen Endpunkt und chargenspezifischen Analysennachweis klar voneinander trennen.

Für die Interpretation verschiedener Studien müssen Rezeptorsystem, Spezies, Assaybedingungen und Endpunkt sichtbar bleiben. Tierbeobachtungen sind keine Humanergebnisse, Reviews zertifizieren keine Chargen, und die Evidenz oder regulatorische Einordnung einer anderen Verbindung gilt nicht für MT-II. Die Beschaffung folgt daher der Dokumentation: Bezeichnung, molekulare Form, Chargencode, Analysennachweis und institutionelle Kontrollen müssen übereinstimmen.

Nur für Forschungszwecke. Ausschließlich für die Laborforschung. Nicht für die Anwendung an Menschen oder Tieren. Nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Kein Arzneimittel, Lebensmittel oder Kosmetikum.

Quellen dieser Evidenzkarte: PMID 8990120 · PMID 9760697 · PMID 8637402 · PMID 16412534 · PMID 17113634 · PMID 39296259

FAQ

Häufige Fragen

Was ist Melanotan II?

Ein synthetisches, zyklisches Analogon des körpereigenen alpha-Melanozyten-stimulierenden Hormons (alpha-MSH).

Wie wirkt es laut Literatur?

Als nicht-selektiver Agonist an Melanocortin-Rezeptoren, vor allem MC1R (Pigmentierung) und MC4R (Sexualfunktion, Appetit).

Was ist der Unterschied zu PT-141?

PT-141 ist ein verwandtes Analogon mit deutlich stärkerer Ausrichtung auf MC4R. Es zielt damit auf Sexualfunktion statt auf Pigmentierung.

Wie ordnet Reborn das Produkt ein?

Ausschließlich als Research Peptide für Labor- und Forschungszwecke, nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier. Jede Charge wird mit Analysezertifikat (COA), HPLC und MS dokumentiert.

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Wir akzeptieren Vorkasse per SEPA-Überweisung sowie Kryptowährungen. Alle Zahlungen werden sicher und verschlüsselt verarbeitet.

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