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Was ist Selank
Selank ist ein synthetisches Heptapeptid mit der Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro (TKPRPGP). Es erweitert das immunaktive Tuftsin-Motiv Thr-Lys-Pro-Arg um eine stabilisierende Pro-Gly-Pro-Sequenz und bleibt dadurch im Plasma deutlich länger stabil als Tuftsin selbst.
In der Forschung wird Selank vor allem im Zusammenhang mit GABAerger Neurotransmission, dem neurotrophen Faktor BDNF und präklinischen Stressmodellen untersucht. Ein Großteil der Arbeiten stammt aus russischen Forschungsgruppen. Bei Reborn Peptides ist Selank ausschließlich ein Research Peptide.
Selank wurde als stabilisiertes Tuftsin-Analogon entwickelt. Die Forschung konzentriert sich auf drei Felder: GABAerge Signalgebung, neurotrophe Faktoren wie BDNF sowie Verhaltensmodelle zu Stress, Angst und Entzug.
Auf molekularer Ebene beschrieben Volkova und Kollegen (2016) nach Selank-Gabe eine veränderte Expression mehrerer Gene, die an der GABAergen Neurotransmission beteiligt sind. Das liefert die mechanistische Brücke zu den Verhaltensbefunden.
Am dichtesten ist die Datenlage in Tiermodellen. Kolik und Kollegen (2019) berichteten, dass Selank in Ratten eine ethanolinduzierte Gedächtnisstörung abschwächte und dabei den BDNF-Gehalt in Hippocampus und präfrontalem Kortex beeinflusste. Konstantinopolsky und Kollegen (2022) beschrieben eine Abschwächung aversiver Entzugszeichen im Morphin-Entzugsmodell der Ratte.
Humandaten existieren, sind aber klein und explorativ. Panikratova und Kollegen (2020) untersuchten mit funktioneller Bildgebung Konnektivitätsmuster unter Selank und Semax. Solche Arbeiten haben Pilotcharakter und sind keine kontrollierten Wirksamkeitsstudien. Selank ist in der EU nicht zugelassen.


Evidenz
Nach Selank-Gabe wurde eine veränderte Expression mehrerer Gene der GABAergen Neurotransmission beschrieben. Das ist die mechanistische Brücke zu den Verhaltensbefunden.
Volkova et al. 2016 · PMID 26924987
In Ratten schwächte Selank eine ethanolinduzierte Gedächtnisstörung ab und beeinflusste den BDNF-Gehalt in Hippocampus und präfrontalem Kortex.
Kolik et al. 2019 · PMID 31625062
Bildgebungsarbeiten zu Konnektivitätsmustern existieren, sind aber klein und explorativ. Kontrollierte Wirksamkeitsstudien fehlen.
Panikratova et al. 2020 · PMID 32342318
Forschungsstand
4 ausgewählte Quellen — filterbar nach Studientyp, jede verlinkt direkt zur Quelle.
Research Deep Dive
Vertiefte, studienbasierte Einordnung — jede Aussage mit PubMed-Quelle und Modellqualifier.
Selank bezeichnet ein synthetisches lineares Heptapeptid aus sieben Aminosäureresten. Die festgelegte Reihenfolge enthält das Tuftsin-Fragment Thr-Lys-Pro-Arg und die C-terminale Erweiterung Pro-Gly-Pro. In Datenbanken und Publikationen erscheint für diese Referenzverbindung außerdem der Entwicklungscode TP-7. Die lineare Struktur grenzt das Molekül von zyklischen Peptiden ab; weder die kondensierte Sequenz noch der PubChem-Sequenzcode weisen einen Ringschluss aus.
Der folgende Steckbrief führt Referenzangaben zur chemischen Identität zusammen. Eine Übereinstimmung von Name und Registriernummer unterstützt den dokumentarischen Abgleich, authentifiziert jedoch keine konkrete Handelscharge. Dafür müssen Artikelreferenz, Chargenkennung, deklarierte Form, Prüfmethode und freigegebenes Ergebnis nachvollziehbar verbunden sein.
| Feld | Referenzangabe |
|---|---|
| Bezeichnung | Selank |
| Entwicklungscode | TP-7 |
| Klasse und Struktur | Synthetisches lineares Heptapeptid, Tuftsin-Analogon |
| Kondensierte Sequenz | H-Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro-OH |
| PubChem-Sequenzcode | TKPRPGP |
| Strukturelle Ableitung | Tuftsin-Fragment Thr-Lys-Pro-Arg plus Pro-Gly-Pro |
| Summenformel | C33H57N11O9 |
| Molmasse | 751,9 g/mol |
| PubChem-Registrierung (CID) | 11765600 |
| CAS-Nummer | 129954-34-3 |
| InChIKey | JTDTXGMXNXBGBZ-YVHUGQOKSA-N |
| Deklarierte Form | Lyophilisiert |
Die genannten Datenbankfelder beschreiben die freie Peptidform. Eine Salzform kann Summenformel und Molmasse verändern. Deshalb ist die dokumentierte chemische Form gesondert mit der freigegebenen Produktspezifikation und den eindeutig zugeordneten Chargenunterlagen abzugleichen. Die Angabe „lyophilisiert“ beschreibt dabei ausschließlich die deklarierte Form und ist für sich kein analytischer Identitäts- oder Reinheitsnachweis.
Quellen: Siebert et al. 2017 · PMID 28745220
Tuftsin ist das Tetrapeptid Thr-Lys-Pro-Arg. Selank enthält dieses Sequenzmotiv vollständig und verlängert es am C-Terminus um Pro-Gly-Pro. Die Einordnung als Tuftsin-Analogon beschreibt somit eine strukturelle Ableitung. Siebert und Kollegen ordneten 2017 chemische und biologische Arbeiten zu Tuftsin-Derivaten einschließlich Selank in einer Review ein. Eine solche Sekundärquelle strukturiert den Literaturstand, ersetzt für einzelne Messbefunde aber nicht die jeweils zugehörige Primärpublikation.
Ein gemeinsames Sequenzmotiv erlaubt keine Übertragung von Messwerten zwischen Tuftsin und Selank. Die zusätzliche Aminosäurefolge verändert die vollständige Referenzstruktur; auch identische Teilsequenzen machen zwei Verbindungen weder analytisch noch experimentell austauschbar. Modell, Matrix, Methode, Vergleichsbedingung und Messzeitpunkt bleiben Bestandteile jedes einzelnen Befunds.
Literaturidentität und Chargenidentität sind ebenfalls getrennt zu führen. Die Literaturidentität verknüpft einen Stoffnamen mit einer beschriebenen Sequenz, Struktur und Publikationshistorie. Die Chargenidentität verlangt eine geschlossene Dokumentenkette aus Artikelreferenz, Chargenkennung, deklarierter chemischer Form, Prüfmerkmalen, Methoden und freigegebenen Ergebnissen. Eine Registriernummer dient als Referenzpunkt für einen Datensatz, kann aber den Inhalt einer konkreten Charge nicht bestätigen. Ebenso lassen sich Salzform, Gehalt und Reinheit nicht allein aus CAS oder CID ableiten.
Quelle zur strukturellen Abstammung: Siebert et al. 2017 · PMID 28745220
Dieses Kapitel beschreibt Befunde aus kontrollierter Forschung und trifft keine Aussage zur Forschungsverwendung. Der Korpus umfasst eine Zellkulturstudie, vier präklinische Nagermodelle, eine Review und eine klinische Untersuchung mit Teilnehmenden. Die Timeline ist nach Modelltyp gruppiert. Diese Ordnung ist keine Rangfolge; jede Beobachtung bleibt an das jeweilige System und die dort erfasste Messgröße gebunden.
In kultivierten humanen IMR-32-Neuroblastomzellen wurden GABA-bezogene mRNA-Werte untersucht. Unter der Einzelstoffbedingung wurde für die erfassten mRNA-Werte keine Veränderung beobachtet. Dieser Zellkulturbefund gehört ausschließlich zu diesem Versuchsaufbau.
PMID 28293190In einem präklinischen Rattenmodell wurden zeitabhängige Veränderungen der BDNF-mRNA im Hippocampus in vivo gemessen. Der Befund bleibt an Gewebe, Modell, Methode und Messzeitpunkte gebunden.
PMID 18841804In der Milz eines präklinischen Mausmodells wurde zu zwei Zeitpunkten die Expression eines Panels aus 84 entzündungsbezogenen Genen erfasst; zudem wurden Peptidfragmente untersucht. Das Panel liefert mehrere explorative Transkript-Endpunkte.
PMID 21609736In einem präklinischen Rattenmodell wurden in der frontalen Großhirnrinde zu zwei Zeitpunkten Unterschiede ausgewählter GABA-bezogener Transkripte erfasst. Der GABA-Transkript-Befund ist ausschließlich dieser Publikation zugeordnet.
PMID 26924987In einem präklinischen Rattenmodell mit länger dauernder Ethanolexposition wurden der BDNF-Gehalt im Hippocampus und präfrontalen Kortex sowie verhaltensbezogene Parameter erfasst. Diese Messgrößen gelten nur innerhalb des beschriebenen Modells.
PMID 31625062Die Review ordnete publizierte chemische und biologische Arbeiten zu Tuftsin-Derivaten einschließlich Selank ein. Als Sekundärquelle führt sie unterschiedliche Forschungsfelder zusammen, erzeugt jedoch keine zusätzliche Primärmessung.
PMID 28745220Die klinische Untersuchung umfasste Teilnehmende nach DSM-IV-Klassifikation. Ergänzend wurde die Enkephalin-Hydrolyse im humanen Plasma als Enzymmessgröße erfasst. Diese Beschreibung bleibt auf Studientyp und Messgröße begrenzt.
PMID 11550013Eine humane Zelllinie ist keine Untersuchung mit Teilnehmenden. Umgekehrt wird die klinische Untersuchung nicht als Eigenschaft des angebotenen Laborforschungsmaterials gelesen. Auch die Publikationsarten bleiben getrennt: Primärarbeiten dokumentieren Messungen in ihren jeweiligen Systemen, während die Review vorhandene Quellen einordnet.
Studienquellen: Filatova et al. 2017 · Inozemtseva et al. 2008 · Kolomin et al. 2011 · Volkova et al. 2016 · Kolik et al. 2019 · Siebert et al. 2017 · Zozulya et al. 2001
Ein Expressionsunterschied ist kein Nachweis direkter Rezeptorbindung. Transkriptmessungen erfassen RNA-Werte unter definierten Bedingungen; sie weisen weder eine unmittelbare molekulare Bindung noch automatisch eine entsprechende Änderung der Proteinmenge nach. Deshalb lässt sich aus den GABA-bezogenen Transkripten kein einheitliches Rezeptormodell für sämtliche publizierten Beobachtungen ableiten.
Auch BDNF-mRNA in vivo und BDNF-Gewebegehalt sind getrennte Messgrößen. Die Arbeit von Inozemtseva und Kollegen erfasste mRNA im Hippocampus, während Kolik und Kollegen BDNF-Gehalt in Hippocampus und präfrontalem Kortex bestimmten. Gewebe, Methode, Modell und Zeitpunkt begrenzen beide Befunde. Sie dürfen nicht zu einem einzigen, systemübergreifenden Endpunkt zusammengezogen werden.
Das Panel aus 84 entzündungsbezogenen Genen in der Mausmilz liefert explorative Einzelendpunkte, aber keinen einheitlichen systemischen Mechanismus. Ebenso bestätigen sich Hypothesen aus einem Organismusmodell nicht automatisch in einer Zellkultur. Der Einzelstoffbefund in IMR-32-Zellen ist daher eigenständig zu lesen und darf weder mit dem Rattenmodell noch mit anderen Versuchsbedingungen vermischt werden.
Befunde aus Untersuchungen mit menschlichen Teilnehmenden werden nicht auf das angebotene Material übertragen. Literaturquellen belegen zudem weder Identität noch Gehalt oder Reinheit einer Handelscharge. Diese Merkmale benötigen chargenbezogene Unterlagen und geeignete analytische Prüfungen. Ein HPLC-Ergebnis gilt ausschließlich für die geprüfte Charge und die dokumentierte Methode. Es kann einen chromatographischen Befund ausweisen, ersetzt aber nicht automatisch eine eigenständige Identitätsprüfung und trägt keine Pauschalaussage für andere Chargen.
Quellen zur Evidenzabgrenzung: Volkova et al. 2016 · Filatova et al. 2017 · Inozemtseva et al. 2008 · Kolik et al. 2019 · Kolomin et al. 2011 · Zozulya et al. 2001
Für eine dokumentierte Forschungsbeschaffung in der EU beginnt die Prüfung mit der eindeutigen Artikelreferenz und Chargenkennung. Hinzu kommen die deklarierte Stoffbezeichnung und Form, die aufgeführten Prüfkriterien, die jeweils eingesetzte Methode, die berichteten Ergebnisse, das Prüf- oder Freigabedatum und der ausgewiesene Freigabestatus. Alle Elemente müssen innerhalb derselben Dokumentenkette aufeinander verweisen. Fehlende Seiten, abweichende Kennungen oder Ergebnisse ohne Methodenzuordnung sind vor der Aufnahme in eine Versuchsakte zu klären.
Die offene Salzformfrage gehört ausdrücklich in diesen Abgleich. PubChem-Formel und Molmasse beschreiben die freie Peptidform; eine dokumentierte Salzform kann davon abweichen. Die Stoffbezeichnung allein löst diese Frage nicht. Maßgeblich sind die freigegebene Produktspezifikation und die eindeutig zugehörigen Chargenunterlagen mit ihren deklarierten Angaben und analytischen Befunden.
Eine nachvollziehbare Dokumentenlenkung trennt freigegebene Fassungen von Entwürfen und hält fest, welche Spezifikation sowie welches Analysenzertifikat zu welcher Charge gehören. Änderungen benötigen eine eindeutige Versionskennung. Literatur, Referenzdatenbank, Produktspezifikation und Chargennachweis bleiben als verschiedene Dokumenttypen erkennbar, da sie unterschiedliche Aussagen tragen und einander nicht ersetzen.
Das Material ist ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke bestimmt, nicht für die Anwendung an Menschen oder Tieren.

FAQ
Ein synthetisches Heptapeptid (TKPRPGP) und stabilisiertes Analogon des körpereigenen Tuftsin.
Die angehängte Pro-Gly-Pro-Sequenz macht das Molekül im Plasma deutlich stabiler.
GABAerge Neurotransmission, BDNF sowie präklinische Stress-, Angst- und Entzugsmodelle.
Nur kleine, explorative Studien, überwiegend aus russischen Gruppen. Selank ist in der EU nicht zugelassen.
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