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Reta-Peptid: Substanzprofil eines Triple-Rezeptor-Agonisten
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„Reta-Peptid“ ist eine verbreitete Kurzform für Retatrutide (LY3437943) — ein synthetisches Peptid aus rund 39 Aminosäuren, das GIPR, GLP-1R und GCGR agonistisch adressiert. Die Dreifach-Agonistik ist strukturbiologisch aufgeklärt: In der Cryo-EM-Studie in Cell Discovery (Li et al. 2024, PMID 39019866) zeigte sich, wie dasselbe Peptid an alle drei Rezeptoren bindet. Dieser Eintrag bündelt Struktur, Rezeptorpharmakologie und Modelllage für die Laborforschung.
01Woher die Begriffe kommen: Reta, Triple G, GLP-3
In der deutschsprachigen Suchlandschaft kursieren mehrere Bezeichnungen für dieselbe Substanz: „Reta“, „Reta-Peptid“, „Triple G“, „Tripleg“ und „GLP-3″. Alle meinen Retatrutide, Entwicklungscode LY3437943.
„Triple G“ verkürzt die Agonistik an drei Rezeptoren. „GLP-3″ ist wissenschaftlich irreführend: Einen solchen Rezeptor gibt es nicht. Beschrieben ist die Agonistik an GIPR, GLP-1R und GCGR (Coskun et al. 2022, Cell Metabolism, PMID 35985340; Li et al. 2024, PMID 39019866).
Reborn führt die Suchbegriffe zur Orientierung auf und benennt das Forschungsmaterial fachlich korrekt.
02Substanzidentität
Retatrutide ist ein lipidiertes Peptid mit rund 39 Aminosäuren. In das Rückgrat sind gezielt nicht-natürliche Reste eingebaut, unter anderem Aminoisobuttersäure (Aib) und α-Methyl-Leucin. An eine Lysin-Seitenkette ist eine C20-Fettdisäure gebunden, vermittelt über einen Linker aus γ-Glutamat und AEEA-Einheiten; dieser Lipidanker vermittelt die Bindung an Serumalbumin (Coskun et al. 2022, PMID 35985340, DOI 10.1016/j.cmet.2022.07.013, Modelltyp: präklinisch).
Dokumentierter Identifikator: CAS 2381089-83-2, über mehrere unabhängige Register- und Datenbankquellen konsistent.
Für Molekülformel und Molekulargewicht nennen öffentlich verfügbare Quellen unterschiedliche Wertepaare; verbindlich ist deshalb der Abgleich über die Chargendokumentation (COA) der jeweiligen Charge. Bis dahin bleibt die Sequenz als lipidiertes Peptid mit den belegten Strukturmerkmalen qualitativ beschrieben.
03Einordnung in die Substanzklasse
GIPR, GLP-1R und GCGR sind Klasse-B1-G-Protein-gekoppelte Rezeptoren mit unterschiedlicher Ligandenerkennung. Duale Agonisten adressieren zwei davon; Retatrutide alle drei.
Der Glucagon-Rezeptor-Arm ist das strukturelle Unterscheidungsmerkmal gegenüber dualen GLP-1/GIP-Agonisten (Coskun et al. 2022, PMID 35985340) und macht das Molekül für Drei-Rezeptor-Vergleiche besonders relevant.
04Forschungsfelder
Rezeptorpharmakologie in vitro
In vitro zeigte sich eine ausbalancierte Aktivität an GCGR und GLP-1R bei relativ stärkerer GIPR-Aktivität (Coskun et al. 2022, PMID 35985340, Modelltyp: präklinisch).
Strukturbiologie (Cryo-EM)
Cryo-EM zeigt eine durchgehende Helix: Das N-terminale Segment greift in den Transmembrankern, der C-terminale Bereich bindet die extrazelluläre Domäne. Konservierte Kontakte bleiben erhalten, rezeptorspezifische Unterschiede werden toleriert — sichtbar an ECL1 (Li et al. 2024, PMID 39019866, DOI 10.1038/s41421-024-00700-0, Modelltyp: in vitro).
Für die Forschung an Multi-Target-Peptiden ist das ein Referenzbefund: Er zeigt an einem konkreten Molekül, welche Rezeptorkontakte für Selektivität notwendig sind und welche sich variieren lassen.
Modelllage: welche Studientypen existieren
Die Literatur zu dieser Substanz verteilt sich auf vier Ebenen — In-vitro-Strukturbiologie, präklinische Rezeptor- und Nagermodelle, Phase-1-Pharmakokinetik und randomisierte klinische Studien der Phasen 1b bis 2a. Publikationsorte sind Cell Metabolism, Cell Discovery, Lancet, New England Journal of Medicine und Nature Medicine.
- in vitro (Cryo-EM): Li et al. 2024, PMID 39019866
- präklinisch: Coskun et al. 2022, PMID 35985340
- Humanstudie Phase 1b: Urva et al. 2022, PMID 36354040
- Humanstudie Phase 2: Jastreboff et al. 2023, PMID 37366315
- Humanstudie Phase 2: Rosenstock et al. 2023, PMID 37385280
- Humanstudie Phase 2a: Sanyal et al. 2024, PMID 38858523
05Was aus der Modelllage nicht folgt
Aus den zitierten Studien folgt keine Aussage über Wirkungen, Nutzen oder Sicherheit außerhalb des jeweiligen Studienmodells. Befunde aus In-vitro-, präklinischen oder klinischen Prüfsituationen sind nicht auf andere Kontexte übertragbar. Ebenso folgt daraus kein Zulassungs- oder Verschreibungsstatus: Retatrutide ist ein Prüfsubstanz-Kandidat in laufender Forschung und wird hier ausschließlich als Forschungsmaterial beschrieben.
06Form, Lagerung und Dokumentation im Laborkontext
Als Forschungsmaterial liegt die Substanz als Lyophilisat im Vial vor. Lyophilisierte Peptide werden trocken, lichtgeschützt und gekühlt gelagert; Temperaturwechsel und Feuchtigkeitseintrag sind die praktisch relevantesten Qualitätsrisiken (Wang 2000, Int. J. Pharm., PMID 10967427).
Reinheitsangaben gelten chargenbezogen und werden zusammen mit dem verlinkten Analysenzertifikat kommuniziert. Für Forschungsprojekte ist die Substanz direkt bestellbar; das COA mit HPLC-Analyse dokumentiert jede freigegebene Charge.
07Quellen
| # | Zitat | Modelltyp | PMID | DOI |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Li et al. 2024, Cell Discovery | in vitro (Cryo-EM) | 39019866 | 10.1038/s41421-024-00700-0 |
| 2 | Coskun et al. 2022, Cell Metabolism | präklinisch | 35985340 | 10.1016/j.cmet.2022.07.013 |
| 3 | Urva et al. 2022, Lancet | Humanstudie Phase 1b | 36354040 | 10.1016/S0140-6736(22)02033-5 |
| 4 | Jastreboff et al. 2023, NEJM | Humanstudie Phase 2 | 37366315 | 10.1056/NEJMoa2301972 |
| 5 | Rosenstock et al. 2023, Lancet | Humanstudie Phase 2 | 37385280 | 10.1016/S0140-6736(23)01053-X |
| 6 | Sanyal et al. 2024, Nature Medicine | Humanstudie Phase 2a | 38858523 | 10.1038/s41591-024-03018-2 |
08Produktverweis
Wer die Substanz als Forschungsmaterial führt, findet Form, Menge, Identifikatoren und Chargendokumentation auf der Produktseite: Retatrutide als Forschungssubstanz im Sortiment.
09Research-Use-Hinweis
Research use only. Ausschließlich für die Laborforschung. Nicht für den menschlichen oder tierischen Gebrauch. Nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Kein Arzneimittel, kein Lebensmittel, kein Kosmetikum.






























